Spielplätze vor Sekteneinfluss schützen

Foto: Clemens Bilan/ddp
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Lüdenscheid.. In einem offenen Brief an Verwaltung und Parteien kritisieren betroffene Eltern und andere Lüdenscheider die Einsätze der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft (FCJG) auf verschiedenen Spielplätzen. Sie weisen auf den besonderen Schutzraum hin.

Mitarbeiter der FCJG kommen jeden Dienstag zu den Spielplätzen in der Kluse und am Grünewald, jeden Donnerstag auf den Schulhof der Knapper Schule und einmal im Monat auf den Wendehammer der Grüberstraße. In dem offenen Brief heißt es: „Wir halten diese Praxis für gefährlich, denn ein integraler Bestandteil dieser Glaubensgemeinschaft ist die Mission. Wie Sie sicher wissen, gehört die FCJG zur charismatischen Pfingstbewegung, die auch von vielen Christen als esoterische Sekte mit zweifelhaften bis gefährlichen Überzeugungen betrachtet wird.“

Der weitere Wortlaut in dem offenen Brief: „Zu ihren Glaubensinhalten gehören Dämonenglauben, Homophobie, Islamfeindlichkeit etc. Bekannterweise konzentriert sich die Missionsarbeit der FCJG gezielt auf Menschen in Notlagen und Abhängigkeitsverhältnissen (Drogenkranke, Arme, Kinder). Mit respektvoller Überzeugungsarbeit und Menschenwürde hat dies nichts zu tun. Spielplätze sind besondere Schutzräume, auf denen nicht die gleichen Regeln wie auf normalen Plätzen herrschen dürfen. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass hier die Eltern eine Gefahr nachweisen müssen. Wenn jemand auf unsere Kinder losgelassen wird, muss dieser nachweisen, dass keine Gefahr von ihm ausgeht. Wir bitten Sie, sich dieser Sache anzunehmen und dafür zu sorgen, dass die Kinder in Zukunft unbehelligt spielen können.“

Muslimische Kinder im Fokus

Im Gespräch mit der Westfälischen Rundschau wies Susanne Vanpuyvelde-Aydemir, Mit-Unterzeichnerin des offenen Briefes, darauf hin, dass im Internetportal „Wer kennt wen“ die Gruppe „Kinder sind tabu“ gegründet wurde, die bereits rund 400 Mitglieder hat. Die Mitglieder sprechen sich grundsätzlich dagegen aus, dass Religion noch Politik etwas auf Spielplätzen zu suchen haben.

„Wir finden es auch merkwürdig, dass vor allem Spielplätze besucht werden, wo der Anteil der muslimischen Kindern sehr hoch ist“, sagt die Mitstreiterin. Sie sei auch davon überzeugt, dass die meisten Eltern gar nichts davon wissen, wer die FCJG ist. Susanne Vanpuyvelde-Aydemir: „Wenn es zum Beispiel der Kinderschutzbund wäre, hätten wir nichts dagegen. Die wollen ja nichts.“

In der vergangenen Woche haben sich die betroffenen Eltern mit dem Problem an die Stadt gewandt. Sozialdezernent Dr. Wolfgang Schröder: „In diesem Fall können wir nur Vermittler sein. Wir dürfen dabei nicht parteiisch sein.“ Die FCJG habe vor Jahren gefragt, ob sie ehrenamtlich ihre Einsätze auf den Spielplätzen machen dürfen. Angeboten werden zunächst Spiele, dann eine biblische Geschichte und ein freiwilliges Gebet. Nach den Ferien werde es jetzt ein Gespräch mit allen Beteiligten unter Federführung der Stadt geben.

 
 

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