SPD-Stadtverband deutlich verjüngt

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Lünen. Eine deutliche Verjüngung seines Vorstandes um Vorsitzenden Michael Thews beschloss der SPD-Stadtverband Lünen bei seinem Parteitag am Samstag. Eines der wichtigsten Ziele für die neue Mannschaft: Die Intensivierung der Bemühungen zur Integration von Lünern mit Migrationshintergrund.

Im Rahmen eines Leitantrages sprach sich der Stadtverband für eine intensivere Integrationsarbeit aus. Unter dem Titel „Integration gemeinsam gestalten“ zogen die Sozialdemokraten eine Zwischenbilanz, fassten die aktuelle Lage zusammen und wiesen die Richtung für die zukünftige Arbeit. So verpflichtet sich die Partei z.B. zum Respekt aller Kulturen, Sprachen, Religionen und Weltanschauungen. Auch soll vom Stadtverbandsvorstand ein Verantwortlicher benannt werden, der das Thema Integration systematisch bearbeitet, Veranstaltungen vorbereitet und durchführt.

Integration, so heißt es, verstehe der Stadtverband als gleichberechtigte Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben auf der Grundlage des Grundgesetzes. Auch selbstkritische Töne gab es in diesem Zusammenhang. So betonte Bundestagsabgeordneter Dieter Wiefelspütz, dass Deutschland ein Einwanderungsland und Lünen eine Einwandererstadt sei, und das seit vielen Jahrzehnten. „Doch ist die SPD auch eine Einwandererpartei?“, fragte er. Er wolle, dass die SPD sich öffne, so wie sich die Stadt geöffnet habe.

Es gab auch kritische Töne zum Leitantrag. So ging er einigen Mitgliedern nicht weit genug, weil er nur den Ist-Zustand dokumentiere. Stattdessen müssten konkrete Vorhaben erarbeitet und beschlossen werden. Vorsitzender Thews betonte, der Antrag sei bewusst allgemein formuliert und eher als Meilenstein zu verstehen. Er könne ständig angepasst werden.

Ralf Jäger über
Finanzen und Bildung

Kritisch sahen Mitglieder aus der SPD Altlünen eine Passage, in der von der Akzeptanz und Respekt aller Religionen, Kulturen und Sprachen die Rede war. Die Akzeptanz wurde aus dem Leitantrag gestrichen, hinzugefügt wurde der Respekt vor Weltanschauungen. Umzusetzen ist die intensivierte Arbeit am Thema Integration vom neuen Vorstand, der in Teilen deutlich verjüngt worden ist. So bleibt Michel Thews Stadtverbandsvorsitzender, zu seinen gleichberechtigten Stellvertretern zählen neben Rüdiger Haag nun auch der 28-jährige Daniel Wolski und die 30-jährige Stefanie Lippelt. Jüngstes Vorstandsmitglied ist der 21-jährige Robert Schmidt als Bildungsbeauftragter. Geschäftsführerin bleibt Bärbel Raback, Schriftführer Jens Hebebrand, Kassierer Norbert Janßen. Beisitzer sind Angela Wegener-Nachtkamp, Jürgen Raber, Petra Klimek, Martin Püschel, Wilhelm Kleimann, Jürgen Evert Manfred Kolodziejski, Martin Gehrmann und Thilo Scholle. Zur Kontrollkommission gehören Bruno Sieger, Hans Demmerle, Wolfgang Stolle, Corinna Cyron und Michaela Lippelt. In den Unterbezirksvorstand wählte der Stadtverband Rainer Schmeltzer als stellvertretenden Vorsitzenden, Norbert Janßen für die Kontrollkommission und Jürgen Evert als Beisitzer.

Zu Gast beim Stadtverbandsparteitag war NRW-Innenminister Ralf Jäger, der in einer Rede unter anderem auf die Finanzierung der U3-Betreuung sowie auf die Ordnung der Gemeindefinanzen einging. Auch das Thema Bildung sprach er an, dabei vertrat er den Standpunkt, dass die Qualität von Bildung nicht von der Finanzkraft der Eltern abhängig sein dürfe.

 
 

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