Signalwirkung für die Kulturlandschaft

WR Unna: Diskussionsrunde "Tacheles" zum Thema Kultur in Unna Volker Stephan moderierte "Tacheles" Foto: Henryk Brock
WR Unna: Diskussionsrunde "Tacheles" zum Thema Kultur in Unna Volker Stephan moderierte "Tacheles" Foto: Henryk Brock
Foto: Henryk Brock

Unna.. Von der ersten Bürger-Talkrunde „Tacheles“ soll eine Signalwirkung ausgehen. „Lasst uns neue Wege gehen, lasst uns diesen Abend nutzen, um die Kultur in Unna wieder auf breite Beine zu stellen.“ Das forderten viele Gäste am Mittwochabend (8. Juni).

„Kulturschaffende in der Stadt Unna sind Einzelkämpfer - wir müssen sie besser vernetzen“, forderte Prof. Christian Jänig vom Museums-Förderverein bei der ersten Bürger-Talkrunde unserer Zeitung und des Kulturzentrums Lindenbrauerei.

Großes Engagement

„Tacheles“ füllte die Kulturkneipe Schalander. Das Thema „Ist Unnas Kultur noch zu retten“ zog die Bürger an. Ein deutlicher Beweis für das Bürgerengagement in der Stadt. Denn die Unnaer sorgen sich um ihre Kultur. Sie lieben die Vielfalt, sie lieben die lebendige Kulturlandschaft, viele sehen sie aber erdrückt von Leuchtturmprojekten wie das Lichtkunstzentrum. „Durch das Lichtkunstzentrum werden wir nicht besser wahrgenommen“, sorgte sich Stadtführer Pit Böhle.

Reaktivierung des i-Punktes

Die Gäste auf der Bühne, Prof. Jänig und die Gelsenkirchener Kulturreferentin Claudia Keuchel, plädierten vehement für ein Miteinander. „Alle Kultursparten müssen wieder zusammenfinden“, sagte Claudia Keuchel. Schwer umsetzbar, konterte Moderator und WR-Kulturredakteur Volker Stephan, denn das Kulturamt sei schwach besetzt.

Prof. Jänig setzte sich deshalb für eine Reaktivierung des i-Punktes ein.

Dort müsse die Vernetzung laufen, dort müssten Profis und Laien zusammengeführt werden. So eine Einrichtung müsse aber auch bezahlt werden und da seien alle Kulturschaffenden gefordert.

Kabarett-Profi Augustin Upmann, ebenfalls als Gast im Publikum, bedauerte, dass die Unnaer Kultur kaum über den eigenen Tellerrand schaut. Und Peter Möbius lobte: „Ich bin dankbar, dass sie als Zeitung dieses Thema aufgreifen und eine Diskussion in Gang bringen.“ Die ersten Gäste haben sich nach der Talk-Runde unserer Zeitung spontan dazu entschlossen, sich zukünftig aktiver an der Unnaer Kultur zu beteiligen.

Jänig: „Kultur muss nicht gerettet werden“

Prof. Dr. Christian Jänig mischt seit einiger Zeit in Unnas Kulturlandschaft mit. Der 65-Jährige ist Vorsitzender des Fördervereins für das Hellweg-Museum und kommissarischer Vorsitzender im Lichtkunstverein.

Beruflich hat er eigentlich mehr mit Energiemanagement, denn mit Kulturmanagement zu tun. Jänig ist Geschäftsführer des lokalen Energieversorgers Stadtwerke Unna und Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe. Seine Antwort auf die Frage, ob Unnas Kultur noch zu retten ist? „Sie muss nicht gerettet werden, sie lebt. Sie muss nur besser vernetzt werden.“ Jänig plädiert für einen Zusammenschluss der Klientel-Kultur. „Jeder Künstler profitiert von dem anderen.“

Jänig selbst schätzt an Unna unter anderem das Theater Narrenschiff. Seit vier Jahren verpasst er kaum eine Premiere.

Keuchel: „Es gibt genug Potenzial“

Mit Kultur kennt sich Claudia Keuchel (44) seit ihrer Kindheit aus. Die Unnaerin mischte als Jugendliche in der Jugendkunstschule mit und sammelte als Kleinkünstlerin Bühnenerfahrung. Dem breiten Unnaer Publikum machte sie sich mit der Reihe „Hölle Unna“ bekannt.

Claudia Keuchel arbeitete zehn Jahre im soziokulturellen Bereich beim Kulturzentrum Lindenbrauerei. Weitere zehn Jahre, bis Januar 2010, war sie Mitarbeiterin im Kulturamt Unna bevor sie dann als Kulturreferentin nach Gelsenkirchen wechselte.

Claudia Keuchel ist überzeugt, dass Unnas Kultur noch zu retten ist. „Die Stadt hat ein enormes kulturelles Potenzial“, sagt sie. Die Kultur in Unna habe sich immer weiterentwickelt, lobt sie.

Eine ihrer Lieblingsveranstaltungsreihen in Unna ist Summertime. „Da gibt es Kultur für viele Geschmäcker.“

 
 

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