Sie wollen doch nur spielen - von Birgitta Stauber-Klein

Ein Bambini-Fußball-Turnier im Oktober 2010. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool.
Ein Bambini-Fußball-Turnier im Oktober 2010. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool.
Foto: WAZ FotoPool
Vereine gehen gegen aggressive Eltern vor und verbannen gleich alle Zuschauer vom Spielfeldrand. Wenn Eltern meinen, eingreifen zu müssen mit Pfeife, Gebrüll und Handgreiflichkeiten, sollten sie lieber wegbleiben, findet unsere Kommentatorin.

Essen. Im Team gewinnen und verlieren. Spaß an der Bewegung, Spaß am Wettkampf. Keine Frage: Viele Kinder lieben ihren Mannschaftssport, sie wollen einfach nur spielen. Im Idealfall begleitet sie der Sport bis ins Erwachsenenalter und vermittelt soziale Kompetenzen, deren Wert sich im privaten und beruflichen Leben zeigen wird.

Wenn nur nicht die Eltern wären, die samstags und sonntags am Feld stehen, mit geballter Faust und mitunter einer Dose Bier ausgerüstet, um dem Nachwuchs zu zeigen, wo es lang geht. Es wird gebrüllt und geschimpft, gestritten und gepfiffen, das Spiel der Jüngsten gerät zum Kampf der Eltern. Lernen können die Kinder dabei vor allem: Eine Menge auch übelster Schimpfwörter. Und dass Fußball (in abgeschwächter Form auch Hockey oder Handball) eine überaus ernsthafte Angelegenheit ist.

Wenn Eltern nicht in der Lage sind, entspannt dem Spiel von sechsjährigen Kindern zuzusehen, wenn sie meinen, eingreifen zu müssen mit Pfeife, Gebrüll und Handgreiflichkeiten, sollten sie lieber wegbleiben. Es ist also eine prima Idee, Eltern den Zutritt zum Feld zu verwehren. Traurig ist nur, dass dies nötig ist, um faire Spiele durchzusetzen.

Ohne Fairness können Kinder weder einen Sieg genießen noch eine Niederlage durchstehen. Rasende Eltern nehmen ihren Kindern beide Erfahrungen.

 
 

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