„Sie weiß, wo das Tor steht“

Die erste Mannschaft des EC Bergkamen bei der Weihnachtsfeier. Und Sandra Rumswinkel (vorne 3.v.re.) mittendrin
Die erste Mannschaft des EC Bergkamen bei der Weihnachtsfeier. Und Sandra Rumswinkel (vorne 3.v.re.) mittendrin
Foto: ecki

Dezember, Wechselzeit auch in der Fraueneishockey-Bundesliga. Das Transferkarussell dreht sich – und hat dem Deutschen Meister und zweimaligen Pokalsieger EC Bergkamen einen Hochkaräter beschert. Sandra Rumswinkel (33) stürmt jetzt für die Bärinnen. Die 85malige Nationalspielerin spielte zuletzt beim ESC Planegg, dort 17 Jahre lang, und veränderte sich aus privaten Gründen nach Dortmund.

Maßgeblich den Wechsel beeinflusst hat der Bergkamener Trainer Robert Bruns. „Dass Sandra jetzt für uns spielt, ist ein Glücksfall“, empfing der Coach seinen Wunschzugang mit offenen Armen. „Sandra ist Stürmerin und weiß, wo das Tor steht“. Damit wird sich seiner Meinung ein großes Manko seiner Frauen, nämlich die Chancenverwertung, verbessern lassen. Der Beweis ihrer Treffsicherheit: Die 33-Jährige erzielte in 165 Spielen für Planegg 200 Tore. Eine erste Kostprobe gab Sandra Rumswinkel bereits am letzten Samstag ab, als sie für die 1b des ECB in Hamburg stürmte und sich beim 5:4-Sieg gleich zweimal in die Torschützenliste eintragen konnte.

Die Neue beim ECB wollte eigentlich ihre Karriere beenden, stand zuletzt auch schon nicht mehr im Planegger Kader. Eine Rheuma-Erkrankung machte ihr zu schaffen, tut es immer noch. „Die Veränderung nach Dortmund und dann sportlich nach Bergkamen ist noch einmal für mich eine Herausforderung“, tat sie in einem Gespräch mit unserer Sportredaktion kund. Im November trainierte sie bereits auf dem Bergkamener Eis, fühlt sich gut und fühlt sich auch bestens in der Mannschaft aufgenommen. „Viele kannte ich ja auch schon aus den vielen Begegnungen zwischen Planegg und Bergkamen“, bekannte sie und wer sie vertraut plaudernd mit ihren neuen Teamkameradinnen bei der Weihnachtsfeier des Vereines beobachtete, musste den Eindruck haben, dass sie schon immer zu den Bärinnen gehörte.

Auf jeden Fall mithelfen will die WM- und Olympiateilnehmerin, dass der EC Bergkamen in der Bundesliga noch besser da stehen kann als zuvor und mit den beiden Großen der Liga, OSC Berlin und eben ihrem alten ESC Planegg, so gut wie Augenhöhe erreicht. Eines hat sie sich jedoch ausbedungen: „Ich werde in den Bundesliga-Spielen gegen Planegg nicht im Bergkamener Team stehen.“ Bei der Pokal-Endrunde im März in Bad Tölz dagegen wird sie spielen, auch gegen ihren alten Verein.

Mit 15 Jahren verschrieb sich Sandra Rumswinkel dem Eishockey-Sport. „Vorher haben meine Eltern mir das nicht erlaubt“, blickt sie zurück, obwohl ihr Bruder auch hinter dem Puck herjagte. Leichtathletik und Tennis waren zuvor ihre Sportarten. „Dann hat der Eishockey-Trainer bei meinen Eltern gebettelt, ich durfte schließlich doch.“ Der Trainer hatte offensichtlich gewusst, warum er Sandra aufs Eis holen wollte. Sie hatte Talent, entwickelte sich schnell, spielte in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft, „dafür habe ich gelebt und gearbeitet.“ Im Jahre 2004 musste sie ihre Länderspielkarriere berufsbedingt beenden, stürmte aber weiter für Planegg – und jetzt für den EC Bergkamen.

 
 

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