Showdown am Schloss

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Haffen..  Als Kind und Jugendliche hatte Marion Feldhausen das Schloss Bellinghoven an fast jedem Wochenende im Blick. Im Sonnenlicht zeigte sich das Anwesen vom Wochenendhaus ihres Großvaters aus von seiner schönsten Seite. Nicht selten aber auch von seiner geheimnisvollen. Beispielsweise dann, wenn die Schülerin mit dem Holzboot ihres Großvaters des Morgens über das Hagener Meer Richtung Mehr schipperte, um dort einzukaufen. „Morgens lag das Schloss oft noch im Dunst“, sind die Erinnerungen der Tönisvorsterin noch ganz lebendig. Eine Zeit, an die sie viele positive Erinnerungen hegt. „Vor der Kulisse dieses Schlosses spielt der Showdown meines Romans“, erzählt die 65-Jährige.

Aus Haffen wurde Hoog

„Friedensengel“ hat sie ihr zweites Buch betitelt, das in Kolumbien, in einer Stadt am Rhein und eben im Bereich Haffen, Mehr, Mehrhoog spielt. Hoog hat sie den Ort nahe dem Hagener Meer benannt, auch der Heiligenbergweg, an dem das Wochenendhaus ihres Großvaters Joseph Wittig stand, hat im Buch einen anderen Namen. „Aber alle Örtlichkeiten sind wiederzuerkennbar“, ist die Autorin überzeugt, die erst mit 60 Jahren die Begeisterung für das Schreiben und das Entwickeln von Geschichten entdeckt hat. „Ich habe damals als Psychotherapeutin in einer Suchtklinik gearbeitet, was mir wirklich viel Freude bereitet hat“, sagt sie. Dennoch kam ihr manchmal der Gedanke: Das kann doch nicht alles gewesen sein! „Schließlich hat jeder viele Talente, man muss sie nur ausleben“, ist sie überzeugt. Und hat sich an den Schreibtisch gesetzt.

Themen zu finden, das fiel ihr nicht schwer. „Ich interessiere mich für Zeitgeschichte, und ich kann mich auch noch richtig empören“, sagt Marion Feldhausen. Beispielsweise über den Sachsensumpf, eine bis heute unaufgeklärte Affäre um die mögliche Verwicklung hochrangiger Persönlichkeiten aus Politik, Justiz und dem Geheimdienstmilieu in Kinderprostitution. Davon handelt ihr erstes Buch „Himmelskinder“. Ihr zweites Buch dreht sich um ein illegales Waffenimportgeschäft mit Kolumbien. „Ich war nie dort, kann mir die Orte aber gut vorstellen, nachdem mir meine Tochter Julia, die dort derzeit arbeitet und lebt, viel von dem südamerikanischen Land erzählt hat“, sagt sie.

Marion Feldhausens Schreibversuche waren zunächst nicht von Erfolg gekrönt. Von den Verlagen hagelte es Absagen für ihr erstes Buch „Himmelskinder“. „Ich habe mich nicht entmutigen lassen, immer gedacht, ich muss einfach besser werden“, erklärt sie. Sie hat ihren ersten Roman, der als Psychothriller angepriesen wird, mehrfach überarbeitet. Schließlich meldeten gleich drei Verlage Interesse an. Inzwischen wird von Fachleuten ihre „schnörkellose Sprache“ gelobt. Marion Feldhausens zweiter Roman „Friedensengel“ ist seit dem 18. März auf dem Markt.

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