Seit 25 Jahren werden Töne geschmiedet

Die Musikschule Eicker feiert Jubiläum. In der ehemaligen Fabrik wird seit 25 Jahren musiziert. Ruthild Eicker mit einigen Musikschülern.
Die Musikschule Eicker feiert Jubiläum. In der ehemaligen Fabrik wird seit 25 Jahren musiziert. Ruthild Eicker mit einigen Musikschülern.
Foto: Musikschule Eicker /WR

Halver.. Seit fast 300 Jahren lebt die Familie Eicker auf dem Grundstück der heutigen Beverstraße 65; im Jahr 1720 zog die Familie von der Ortslage „Auf dem Eicken“ hierher. Zu Beginn lebten die Eickers von der Landwirtschaft, später kamen unterschiedliche Industriezweige hinzu. Heute betreibt Ruthild Eicker in dem ehemaligen Fabrikgebäude eine Musikschule. Und die feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum.

„Früher wurde hier Metall geschmiedet, heute schmieden wir Töne“, sagt Ruthild Eicker in Anspielung auf die Vergangenheit des Gebäudes. Schon ihr Urgroßvater August Eicker senior betrieb auf dem Grundstück eine Schmiede. Ihr Großvater August junior baute eine Landmaschinenwerkstatt auf und führte im Nebenerwerb einen Bauernhof fort. Ruthilds Vater Ernst-August Eicker schließlich gründete ca. 1960 eine Werkzeugfabrik und produzierte vor allem Schraubendreher, aber auch Rasenmähermesser. 40 Jahre lang, bis zum Ruhestand im Jahr 2000, führte er das Unternehmen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Tochter Ruthild bereits ganz der Musik verschrieben. Ab ihrem fünften Lebensjahr erhielt sie Orgelunterricht, später auch Klavierunterricht. Gleichzeitig absolvierte sie erste Bühnenauftritte als Sängerin mit ihrer Familie. Kein Wunder, schließlich wurde ihr Vater bereits mit 16 Jahren Chorleiter und übte dieses Hobby 60 Jahre lang aus, unter anderem mit dem Chor „Wir singen für Jesus“ (siehe unten).

1986 gründete Ruthild Eicker ihre eigene Musikschule. Zunächst fand der Unterricht in einem Raum in der Privatwohnung statt. Nachdem ihr Vater den Betrieb aufgegeben hatte, bauten Ruthild Eicker und ihr Mann Michael Grothe das Firmengebäude für ihre Zwecke um. Dort, wo früher die Produktionsmaschinen standen, finden sich heute zwei Unterrichtsräume in freundlichen Farben. Wo früher die Griffe der Schraubendreher montiert wurden, ist heute ein Akustik-Raum für Schlagzeug-Unterricht und Studio-Aufnahmen.

Schon der Großvater
leitete Posaunenchor

Die Musik scheint den Eickers allerdings im Blut zu liegen. „Von meinem Urgroßvater ist überliefert, dass er mit dem Akkordeon zum Tanz aufgespielt hat“, weiß Ruthild Eicker aus alten Aufzeichnungen. Der Großvater leitete jahrzehntelang den Posaunenchor und den Chor der Freien evangelischen Gemeinde Bever, der Vater gründete den Chor „Wir singen für Jesus“. Und auch der Vater ihrer Mutter, der aus Ostpreußen stammt, spielte Geige.

Heute dreht sich in dem alten Fabrikgebäude alles um das Thema Musik. „Wir sind sozusagen eine Music-Factory“, sagt Ruthild Eicker mit einem Schmunzeln. Viele hundert Schüler aller Altersgruppen haben in den vergangenen 25 Jahren hier das Musizieren gelernt. „Es gibt Schüler, die kommen zehn Jahre oder noch länger zu uns“, freut sich Ruthild Eicker.

Während der Gesangsunterricht meist von Jugendlichen und Erwachsenen gebucht wird, finden sich für den Instrumentalunterricht Schüler aller Altersklassen in der Bever ein. Das Notenlesen ist dabei keine Voraussetzung für den Unterricht. „Das lernen die Schüler nebenbei“, so Eicker, die betont: „Man braucht keine Vorkenntnisse.“ Eines ist allerdings unerlässlich, wenn man sich verbessern will: Fleiß. Ohne tägliches Training wird sich der Erfolg in der Regel nicht einstellen. Deshalb ist für Eicker eines klar: „Man muss darauf achten, dass die Schüler zu Hause üben.“ Der Unterricht in der Musikschule selbst erfolgt größtenteils als Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen. Eicker: „Beim Einzelunterricht geht man so auf jeden Schüler ein, dass es passt.“ Besonders schön sei es, wenn man sehe, wie sich Schüler weiterentwickeln. Wie z.B. Fred und Chris Schönnenberg, zwei ehemalige Schüler, die sich inzwischen mit der Band „Normal ist anders“ einen Namen gemacht haben.

 
 

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