Schwere Stiefel auch im Sommer

Foto: WR

Unna..  Brütende Hitze in Unna. Die Kollegin verabschiedet sich im Kleidchen. Und was macht Lothar Baltrusch, Journalist bei Antenne Unna? Der hat seine Füße in schweren schwarzen Motorradstiefeln stecken. „Ich muss mich so langsam dran gewöhnen, in den Stiefeln zu laufen“, sagt der 50-Jährige. Denn es sind nur noch knapp zwölf Monate, bis er acht Wochen und 15 000 Kilometer lang nichts anderes an den Füßen haben will.

Dann fährt Baltrusch nach Vietnam. Genauer in die Nähe von Hue, wo sein Patenkind Thi Thao Huyen mit ihrer Familie in einem World-Vision-Projektdorf wohnt. In einer der ärmsten Regionen der Welt lernt die Familie durch World-Vision-Mitarbeiter selbstständig in ein besseres Leben zu führen. Baltrusch unterstützt sie mit 30 Euro monatlich.

Mit seinem Projekt „Way to Huyen“ will er jetzt eine größere Menge Geld spenden und vor allen Dingen Aufmerksamkeit für die Hilfsorganisation „World Vision“ schaffen. „Ich will jeden Kilometer für einen Euro verkaufen“, sagt Baltrusch. Im günstigsten Fall kommen so 15 000 Euro zusammen.

Eine schier unfassbare Menge in Vietnam, erzählt er. Das Jahreseinkommen eines normalen Arbeiters beträgt umgerechnet 490 Euro, hat der Journalist in Erfahrung gebracht. Er schenkt seinem Patenkind jährlich 360 Euro. „Das wäre, als ob wir 1500 Euro im Monat extra hätten“, sagt Baltrusch. Mit dieser für Deutsche relativ niedrigen Summe sorgt er also dafür, dass sich die Familie des Patenkindes ohne große Geldsorgen in einer besseren Selbstständigkeit entwickeln kann.

Kamerateam begleitet die Tour

Um Aufmerksamkeit zu schaffen, ist Baltrusch mit einer größeren Gruppe unterwegs. Ein dreiköpfiges Kamerateam will eine Doku für ein seriöses Fernsehformat drehen. Andreas Hülsmann ist ein erfahrener Motorradfahrer und kennt große Teile der Strecke bereits. Außerdem wird ein Bulli von Hans-Jürgen Weigt, Organisatoren von Motorradmessen, die Tour für Notfälle und Reparaturen begleiten. Unterstützung gibt es zudem noch von Peter Maffay, den Baltrusch seit 15 Jahren kennt. „Er hat sofort die Schirmherrschaft übernommen“, freut sich Baltrusch.

Die gesammelten Spendengelder, Interessierte können sich über Baltruschs Website melden, kommen ohne Abzüge World Vision zu Gute, betont Baltrusch. Sprit, Verpflegung, Visa und weiteres bezahlt das gesamte Team aus eigener Tasche. Für das Material hat Baltrusch zahlreiche Sponsoren, vom kleinen Holzwickeder Familienbetrieb bis zu großen Namen, um sich versammelt.

Nun hofft er, in den kommenden zwölf Monaten genügend Spenden für die Hilfsorganisation zu sammeln. Denn wenn alles klappt, kommt er am Geburtstag des Patenkindes an – und die Spende wäre ein gutes Geschenk.

 
 

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