Schultafel in Grün war einmal

Michelle Mürmann (10) am neuen Whiteboard im Computerraum der Freiherr von Ketteler-Schule Rünthe.
Michelle Mürmann (10) am neuen Whiteboard im Computerraum der Freiherr von Ketteler-Schule Rünthe.
Foto: WR
Eigentlich gehört in jedes Klassenzimmer ein „Whiteboard“ und sollte dort die gute alte grüne Tafel ersetzen. Davon ist Konrektor Uwe Wilms fest überzeugt.

Bergkamen.. Eigentlich gehört in jedes Klassenzimmer ein „Whiteboard“ und sollte dort die gute alte grüne Tafel ersetzen. Davon ist Konrektor Uwe Wilms fest überzeugt. Doch zurzeit ist er froh darüber, dass die Freiherr-von-Ketteler-Schule wenigsten über eins dieser rund 3800 Euro teuren Geräte verfügt.

Diese elektronische Tafel ist die logische Fortsetzung davon, dass sich in den zurückliegenden Jahren der Computer und Internet immer stärker zum notwendigen Helfer auch in die Grundschulen geschlichen hat. Viele Lehrerinnen und Lehrer nutzen in der Primarstufe zum Beispiel das Leselernprogramm „Antolin“.

Lernen übers Internet zu Hause

Damit können die Schülerinnen und Schüler auch zu Hause üben und nutzen das auch reichlich, wie die zehnjährige Michelle aus der vierten Klasse bestätigt.

Etwa 60 bis 70 Prozent der Kinder der Ketteler-Schule haben Zugriff auf einen Computer, viele nutzen sogar ihren eigenen.

Zu ihnen gehört auch Michelle. Mit dieser Vorerfahrung darf sie die Vorzüge eines Whiteboard bei der offiziellen Vorstellung des Geräts am Freitagmorgen selbst demonstrieren.

Wenn es es in der guten alten Zeit zum Beispiel um das Thema menschliches Skelett geht, rollte der Lehrer ein Wandbild aus oder brachten einen „Knochenmann“ aus dem Lehrmittelraum mit. Die neue Computerkarten zeigt zunächst einen menschlichen Umriss. Außerhalb befinden sich die Abbildungen von Knochen oder Knochengruppen. Mit einem Stift, der etwa wie eine „Maus“ funktioniert, zieht Michelle den Schädel genau dorthin, wo der Kopf sitzt.

„Interaktives Lernen“ sei dies, erklärt Uwe Wilms, der im „Nebenjob“ Medienberater für die Grundschulen im Kreis Unna ist. Nach jüngeren Untersuchungen soll bei den Kindern das Auffassungsvermögen verbessert werden und nicht stilles Sitzen.

Dass zwei Stunden zuhören ganz schön anstrengend sein kann, erfuhr das Kollegium am vergangenen Montag am eigenen Leibe. Ein Mitarbeiter der Firma, die die neumodischen Wandtafeln samt Software anbietet, erklärte in einem Schnelldurchgang alle Möglichkeiten, die die neue Technik bietet. „Mir hat danach der Kopf geraucht“, bekennt Lehrerin Heike Prochnow. Sie hat sich mit dem Computer auch erst beschäftigt, als es nicht mehr möglich war, die Zeugnisse mit der Hand zu schreiben.

Auch normal beschreibbar

Das Whiteboard der Ketteler-Schule ist übrigens so intelligent, dass es auch nutzbar ist, wenn der Strom ausfällt. „Man kann auf der Fläche auch genauso mit der Hand schreiben wie bei einer grünen Tafel“, erklärt Uwe Wilms. Mit einem anderen Spezialstift natürlich, dessen Farbe sich leicht abwischen lässt.

 
 

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