Schulleiter in Herscheid baut Technikmotoren

Andreas Wolf
Schulleiter Manfred Klose hat für den Technikunterricht Stirling- und Mendocino-Motoren gebaut
Schulleiter Manfred Klose hat für den Technikunterricht Stirling- und Mendocino-Motoren gebaut
Foto: WR

Herscheid. Manfred Klose strahlt. Begeistert blickt der Schulleiter der Rahlenbergschule auf ein Dutzend kleiner Motoren. Sie funktionieren. Es sind ganz besondere Motoren, die Klose zum Teil selbst gebaut hat, und im Technikunterricht einsetzen will.

Ausgangspunkt ist die Frage, wie ein Elektromotor in seinen verschiedenen Formen funktioniert und wie sich das physikalisch erklären lässt. Ein ganz außergewöhnliches Modell ist der sogenannte „Mendocino-Motor“. Er dreht sich schwebend in einem Magnetfeld. Solarzellen liefern den Strom, wenn sie durch die Drehung ins Licht kommen. Der Strom fließt durch die im Innern des Rotors untergebrachten Wicklungen. Durch verschiedene Versuche ist es Klose gelungen, den Rotor bereits durch den Schein eines Teelichtes anzutreiben.

Mechanische Energie vielfältig nutzen

Das hört sich zumindest für Technik-Interessierte recht simpel an, ist es aber nicht. „Ein Jahr habe ich an den verschiedenen Formen des Mendocino-Motors getüftelt,“ verrät Klose.

Ganz anders funktioniert der „Stirlingmotor“, den Klose in heimischen Firmen bauen ließ. Stirlingmotoren sind Wärmekraftmaschinen, sie wandeln Wärme hoher Temperatur in mechanische Energie und in Wärme niederer Temperatur um. Sowohl die Abwärme als auch die mechanische Energie lassen sich vielfältig nutzen. „Die Stirlingmotoren erleben derzeit wieder eine Renaissance,“ betont Klose. So werden sie beispielsweise zur Wassergewinnung in der Wüste eingesetzt. Vorteil dieser Motoren gegenüber Otto- oder Diesemotoren ist die Langlebigkeit. Weil keine Fremdstoffe in den Motor gelangen, werden die Einzelteile kaum belastet.

„Über diese Beispiele erhalten die Schüler viel Praxisnähe“, erläutert Klose. Der Schulleiter hat aber mit dieser Aktion noch etwas anderes im Blick: „Wenn die Schüler in der Lage sind, die Modelle nachzubauen, können wir vielleicht eine Schülerfirma gründen.“ Mendocino-Motoren seien bei Tüftlern sehr gefragt, weil sie nicht in Serie hergestellt werden. „Und über die Vermarktung lernen die Schüler auch etwas über wirtschaftliches Arbeiten.“