Schulbücher zeigen veraltetes Bild vom Islam

In vielen Schulbüchern wird der Islam vereinfacht und als „vormodern“ dargestellt. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung (GEI) zur Darstellung des Islam in europäischen Schulbüchern. Foto: imago
In vielen Schulbüchern wird der Islam vereinfacht und als „vormodern“ dargestellt. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung (GEI) zur Darstellung des Islam in europäischen Schulbüchern. Foto: imago
Foto: WR/Büdenbender
Eine Studie zur Darstellung des Islams in Schulbüchern brachte ein interessantes Ergebnis: In vielen Büchern wird der Islam vereinfacht und „vormodern“ dargestellt. Untersucht wurden Geschichts- und Politikbücher aus fünf EU-Staaten.

Berlin. In vielen Schulbüchern wird der Islam vereinfacht und als „vormodern“ dargestellt. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung (GEI) zur Darstellung des Islam in europäischen Schulbüchern.

Untersucht wurden in einer Pilotstudie Geschichts- und Politikbücher aus fünf EU-Staaten, darunter auch Deutschland. Zumeist würden darin „die Muslime“ als eine einheitliche Gruppe dargestellt, denen „die westliche Welt“ – ebenfalls als Einheit – gegenübergestellt werde, schreiben die Autoren der GEI-Studie.

Diskriminierende Darstellung fördert Vorurteile

Was in den Schulen gelehrt wird, hat Auswirkungen auf das Zusammenleben in einer Gesellschaft. „Wenn in Schulbüchern Religion in diskriminierender Art und Weise behandelt wird, dann führt das dazu, dass Vorurteile gestärkt werden und dass muslimische Schüler sich nicht respektiert fühlen. Es behindert den Austausch und das ‚sich auf gleicher Augenhöhe begegnen’ “, sagt Christiane Bainski, Leiterin der RAA-Hauptstelle Nordrhein-Westfalen.“

Nicht alle Geschichts- und Politikbücher schneiden gleich schlecht ab, einige werden gelobt. Mit einem davon arbeitet Frank Schumacher, der Geschichte und Gesellschaftslehre an der Gesamtschule in Herten unterrichtet. Er ist zufrieden mit seinen Büchern. Außerdem lässt er gerne die Schüler selbst zu Wort kommen. „Unsere Schülerschaft ist sehr heterogen“, sagt er. Dass es den einen Islam nicht gibt, wird schon in seinem Klassenzimmer deutlich, in dem Sunniten, Schiiten und Aleviten nebeneinander sitzen – und das sind nur die muslimischen Schüler.

Vermitteltes Bild hängt auch vom Engagement der Lehrer ab

So praxisnah ist der Unterricht über den Islam nicht überall. Horst Gieseler, der an einem Gymnasium im Düsseldorfer Norden Geschichte unterrichtet, stört die klischeehafte Darstellung des Islam in den meisten Geschichtsbüchern. Es ärgert ihn umso mehr, weil in seiner Klassen nur selten muslimische Schüler sitzen, die von eigenen Erfahrungen erzählen könnten. „Da hängt es sehr davon ab, wie das persönliche Engagement und das Wissen des Lehrers ist“, sagt er.

 
 

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