Schriftsteller im Selbstversuch

Schriftsteller Dietmar Wilheim Werth mit seinem Buch "Shadows and Lights".
Schriftsteller Dietmar Wilheim Werth mit seinem Buch "Shadows and Lights".
Foto: Dietmar Wäsche

Kamen.. Die besten Ideen kommen Dietmar Wilhelm Werth im Schlaf. Die schreibt er nicht nur auf. Nein, der Hobbyautor aus Südkamen fabuliert daraus spannende Geschichten. Drei davon hat er im Selbstverlag in Kleinstauflage als Bücher herausgebracht.

Gestern präsentierte der gelernte Kälteanlagenbaumeister, der bei Reisner in Holzwickede beschäftigt ist, seinen neuesten Schmöker. „Shadows and Lights“ (Licht und Schatten) heißt das kleine Büchlein, das bei Kemna in Kamen gedruckt wurde. Auf 227 Seiten erzählt der 23-jährige Südkamener darin eine fantastische Geschichte von 42 mysteriösen Todesfällen in San Francisco. Historikerin Liliana Cortez hat einen schlimmen Verdacht und muss in die Vergangenheit reisen, um die Wahrheit herauszufinden...

Neun Monate lang hat Werth an seinem bislang längsten Fantasy-Thriller geschrieben. „Abends nach der Meisterschule, aber auch bei meinen Auslandsaufenthalten für die Firma“, erzählt der der junge Mann, für den Schreiben, „ein schöner Ausgleich zum Beruf ist“.

Begonnen hat alles vor vier Jahren, als Werth den letzten Band des legendären Zwergen-Epos von Bestseller-Autor Markus Heitz in die Finger bekam. „Das Ende gefiel mir gar nicht und da hab ich es für mich einfach umgeschrieben.“ Bei dieser ersten Fingerübung leckte er Blut – und schrieb weiter. Sein erstes eigenes Werk wurde ein 95-seitiger Thriller. „Hetzjagd“ heißt der und es geht um einen Mann, der rund um den Globus (Venedig, Paris und New York) die Mörder seiner Frau jagt und sich dabei mit der Mafia anlegt. 35 Bücher hat Werth davon drucken lassen und allesamt an Freunde und Verwandte verschenkt. „Das Echo war zwiespältig“, erinnert er sich noch gut. „Manche fanden die Geschichte spannend, einige störten sich an meinem Stil, weil ich so schreibe wie man eben umgangssprachlich so redet.“ Auch ein Verlag, dem er sein Debütwerk schickte, meldete sich, wenn auch mit einer ernüchternden Kritik: „Lernen Sie erst einmal schreiben!“

An allen Schauplätzenselbst schon gewesen

„Gut“, gibt Werth offen zu. „Da waren halt auch viele Rechtschreibfehler drin, aber meine Bekannten hat das weniger gestört.“ Inzwischen schreibt der 23-Jährige, der als Kind die Südschule und später die Hellweg-Realschule besuchte, nur noch am PC. „Und da gibt’s ja ein Rechtschreib-Prüfprogramm, das die gröbsten Fehler anstreicht.“

Vorschläge, seine schriftstellerischen Ambitionen doch mal mit entsprechenden Kursen bei Profis auf eine solide Basis zu stellen, stoßen bei Werth auf taube Ohren. „Ich möchte gerne authentisch bleiben. Für mich ist das Schreiben eines Buches auch der Ausdruck größtmöglicher Freiheit. Ich muss auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen und kann meiner Fantasie völlig freien Lauf lassen.“

Auf eines allerdings legt er schon großen Wert. „Die Orte, die in meinen Büchern vorkommen, sind alle real. Ich kenne sie alle aus eigener Anschauung. Sicherheitshalber recherchiere ich das ein oder andere Detail aber noch einmal im Internet.“

Apropos Internet. Alle drei bisher erschienenen Bücher sind auch im online-Handel als „e-books“ erhältlich. Von seinem zweiten Buch „Dreamer“ wurden allerdings erst vier Kopien heruntergeladen. „Das ist ausbaufähig!“, sagt Werth und verrät noch einen Traum: „Eines Tages einmal Geld verdienen mit den Büchern, die ich schreibe.“ Mal sehen, was daraus wird...

 
 

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