„Schräglage“ kommt auch in der Kirche an

Motorradgottesdienst 2011 in Neuenrade
Motorradgottesdienst 2011 in Neuenrade
Foto: Mark Sonneborn

Neuenrade.. „Plan B ist um sieben Uhr in Kraft getreten“, erklärte Pfarrerin Konstanze Hentschel gestern beim 4. Motorrad-Gottesdienst, und meinte damit die Entscheidung, dem Regen zu weichen und die gesamte Veranstaltung in die Kirche und auf das Gelände dort herum zu verlegen.

Trotz zeitweise strömenden Regens und ungemütlicher Kälte waren viele Biker nach Neuenrade gekommen. Ab 10 Uhr bogen sie ein auf den Rathausplatz, wo diesmal lediglich eine leere Bühne stand. Auch die Band war in die Kirche umgezogen. „Sound’n Vision“ begeisterte sowohl mit rockigen als auch mit besinnlichen Klängen und zeigte sich dabei oftmals politisch kritisch.

„Schräglage“ war in diesem Jahr das Motto des MoGo. Die Veranstaltung bekam durch das schlechte Wetter aber keineswegs Schräglage, sondern war trotz allem ein Magnet für Motorradfahrer aus der Umgebung. „Ich bin mehr als 100 Kilometer gefahren. Ab Drolshagen wurde ich geduscht“, erzählte ein Biker aus Dillenburg.

Es waren aber auch einige unmotorisierte Besucher gekommen. Einer, der es aber nicht hatte nehmen lassen, mit Motorrad und Lederkluft vorzufahren, war Bürgermeister Klaus Peter Sasse, der in seiner Begrüßungsrede hervorhob, wie toll in Neuenrade die Ökumene gelebt werde, und das nicht erst seit gestern, sondern schon in den Jahren zuvor.

Pfarrerin Hentschel ging in ihrer Predigt direkt auf das Motto ein. „Sind wir eigentlich selber Herr über die Kurven in unserem Leben? Haben wir alles unter Kontrolle?“ – Diese Fragen beherrschten den Gottesdienst, der, ebenso wie die Musikstücke der Band, über große Lautsprecher nach draußen übertragen wurde. Dort verfolgten die wetterfesten Motorradfahrer – zumeist bei Kaffee und Waffeln, Bratwurst oder Steak – den Gottesdienst, dessen Kollekte einem Kölner Haus für krebskranke Kinder zu Gute kommt. Auch den kleinen Besuchern wurde einiges geboten. So konnten sich diese im Turmzimmer schminken lassen.

„In diesem Jahr haben wir einfach mal eine andere Variante des Motorradgottesdienstes ausprobiert“, meinte Sasse hinsichtlich des Umzuges in die Kirche. In der Tat wurde die Änderung positiv aufgenommen und die Flexibilität der Veranstalter durchweg gelobt.

 
 

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