Schnüffeln für die dubiose GEZ-Gesellschaft

Angelika Wölke
Foto: imago stock&people

Versprochen war etwas ganz anderes: Mit der Haushaltspauschale wollte die Politik die in der Vergangenheit häufig kritisierte Datensammelwut der GEZ eindämmen. Sie wollte Kosten senken, die Gebühreneintreiber abschaffen, die dem Image der öffentlich-rechtlichen Sender eher schaden.

Frei nach dem Motto „Was schert mich mein Gerede von gestern“ wird jetzt eine dreifache Rolle rückwärts praktiziert. In der Umstellungszeit brauche die GEZ statt weniger mehr Personal, verkündete jüngst ihr Chef Horst Buchholz im Landtag. Von mindestens 400 Mitarbeitern war die Rede.

Man kann sich des Verdachts nur schwer erwehren, dass diese Menschen zur neuen Schnüffel-Offensive benötigt werden. Im Kampf gegen die Schwarzseher setzt sich Politik für 17,98 Euro unverhältnismäßig schnell über Datenschutzbestimmungen hinweg. Das macht ärgerlich. Noch schlimmer ist aber die Vorstellung, dass private Vermieter im staatlichen Auftrag ihre Mieter denunzieren sollen.

Mal abgesehen davon, ob TV-Gebühren bei der zum Teil zweifelhaften Qualität des Programms noch zeitgemäß sind: Wenn sie denn gezahlt werden müssen, dann bitte nicht über so eine dubiose Gesellschaft wie die GEZ. Einfacher und preiswerter wäre es, wenn sie ähnlich wie eine Steuer ans Finanzamt gezahlt würden.