Schalke forciert Magath-Aus zum Nulltarif

Tim Rahmann
Magath (re.) saß am vergangenen Samstag wohl das letzte Mal auf der Schalke-Bank. Für seinen langjährigen Weggefährten Seppo Eichkorn (li.) gibt es möglicherweise eine Zukunft in Gelsenkirchen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
Magath (re.) saß am vergangenen Samstag wohl das letzte Mal auf der Schalke-Bank. Für seinen langjährigen Weggefährten Seppo Eichkorn (li.) gibt es möglicherweise eine Zukunft in Gelsenkirchen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
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Die Trennung von Felix Magath wird zur Schlammschlacht. Das Aus des Trainers, Managers und Vorstandsmitglied ist beschlossene Sache. Es geht nur noch um die Modalitäten. Eine Klausel könnte für Schalke Millionen wert sein.

Gelsenkirchen. Der Tag der Entscheidung naht. Am Mittwoch trifft sich der Aufsichtsrat von Schalke 04 zu einer Sondersitzung des Aufsichtsrats. Einziger Tagesordnungspunkt: Die Anhörung und mögliche Abberufung von Felix Magath als Vorstandsmitglied. Damit wäre auch das Schicksal des Trainers Magath besiegelt. Eine Trennung, die Schalke angeblich viel Geld kosten würde. Wäre da nicht die 300.000-Euro-Klausel.

Der Verein um Schalke-Boss Clemens Tönnies wirft dem 57-Jährigen laut "kicker" mehrere Satzungsverstöße vor. Konkret geht es um eine Genehmigungspflicht bei Transfers ab 300.000 Euro durch den Aufsichtsrat. Diese habe Magath, so Schalke, bei diversen Transfers missachtet.

Gelingt dem Aufsichtsrat der Beweis, so berichtet die Fachzeitschrift, könnte Magath zum Nulltarif abserviert werden. Der Verein würde die Abfindung in Höhe von zwölf Millionen Euro einsparen.

Magath behauptet, er habe sich immer an die Regeln gehalten

Felix Magath wiegelte gegenüber der „Bild“-Zeitung ab: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen und mich immer an die Regeln gehalten. Diese Vorwürfe müssen bewiesen werden“, sagte er. Der Trainer und Manager wittert eine Kampagne. „Am Trainer Magath können sie nichts mehr aussetzen, nachdem wir das Pokal-Finale und das Viertelfinale der Champions League erreicht haben“, so Magath laut „Bild“ gegenüber Freunden. „ Jetzt wollen sie an den Vorstand Magath ran.“

Die Trennung gerät zur Schlammschlacht. Die Folge: Einen sauberen Abgang, etwa zum Saisonende, wird es auf Schalke aller Voraussicht nach nicht geben. Wahrscheinlich ist daher, dass Königsblau schon für das Spiel am nächsten Sonntag in Leverkusen einen neuen Trainer braucht. Als Kandidat als Übergangs-Trainer bis zum Saisonende gilt weiterhin Otto Rehhagel; immer häufiger aber fällt auch der Name Ralf Rangnick als große Lösung.

Ein Co-Trainer steht laut „kicker“ auch schon bereit: Der Magath-Vertraute Seppo Eichkorn. Der 54-Jährige ist seit 2001 an der Seite von Magath tätig, hat mit ihm in Stuttgart, München, Wolfsburg und Schalke gearbeitet. Nun soll er von Magath abgewandt haben - und bereit sein, auch ohne Magath weiter bei Schalke zu arbeiten.

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