Rot-Grün erlaubt höhere Windräder

Die Windenergie soll in NRW massiv ausgebaut werden. Wie aus einem neuen Erlass der rot-grünen NRW-Landesregierung zum Bau von Windparks hervorgeht, sollen alle Höhenbeschränkungen entfallen. Anlagen bis 150 Meter Höhe wären dann möglich.

Essen.. Die rot-grüne Minderheitsregierung will die Windenergie in NRW massiv ausbauen. Wie aus einem neuen Erlass zum Bau von Windparks hervorgeht, der DerWesten vorliegt, sollen alle Höhenbeschränkungen entfallen. Gleichzeitig werden die Mindestabstände der Windspargel zu Siedlungsräumen und Schutzgebieten gelockert.

Damit hebt Rot-Grün zentrale Beschränkungen der Windenergiebranche auf, die von der alten schwarz-gelben Regierung 2005 erlassen worden waren. Unter anderem wegen der Höhen-Beschränkung war der Ausbau der Windenergie in NRW fast zum Erliegen gekommen. Mit dem neuen Erlass sei der erste Baustein der neuen Klimastrategie des Landes gelegt, sagte ein Sprecher des NRW-Umweltministeriums gegenüber DerWesten.

Von „Verschandelung der Landschaft“ und einem „Subventionsgrab“ waren als Gründe die Rede, als Schwarz-Gelb 2005 den Ausbau der Windenergie in NRW stoppte. Nun dreht die rot-grüne Minderheitsregierung das Rad zurück: Ein neuer Windenergieerlass soll nicht nur alle Höhenbeschränkungen ab­schaffen, sondern auch die Mindestabstände zu Siedlungsräumen und Schutzgebieten verringern.

Beides führte dazu, dass nach 2005 kaum noch Windräder in NRW aufgestellt wurden. Und wenn doch , wehrten sich mit zunehmendem Erfolg die Anwohner. Erst vor wenigen Tagen kippte das Bundesverwaltungsgericht ein bereits gebautes 150-Meter-Riesenwindrad an der Stadtgrenze Bochum und Castrop-Rauxel.

Anlagen bis 150 Meter Höhe

Das Ziel von SPD und Grünen ist es nun, durch eine Liberalisierung der Bauregeln den An­teil der Stromerzeugung aus bewegter Luft von heute drei Prozent auf mindestens 15 Prozent im Jahre 2020 zu steigern. Nach Informationen aus dem Umweltministerium sollen mit den neuen Regeln Anlagen bis 150 Meter Höhe ermöglicht werden. Diese Großanlagen erreichen Leistungen über 3,5 Megawatt.

In Windparks zusammengefasst, können die Rotoren die Energieleistung von konventionellen Kraftwerken erreichen. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte, dass der neue Windenergieerlass in dieser Woche in die Anhörung bei den betroffenen Verbänden ginge und demnächst ins Kabinett. Der Landtag muss über den Erlass nicht entscheiden. Damit kann er innerhalb der nächsten Wochen in Kraft treten. „Mit dem Windenergieerlass werden wir die wirtschaftsfeindlichen Investitionshemmnisse der schwarz-gelben Vorgängerregierung abschaffen“, so der Sprecher.

Höhenbeschränkungen sollen nur noch in Einzelfällen erlaubt sein

Politisch war der Ausbau der Windenergie in NRW in der Vergangenheit heftig umkämpft. Kritiker bemängelten Schäden im Landschaftsbild durch die Großpropeller. Gerade in der Nähe von Siedlungen wurde immer wieder der Schattenwurf und der Lärm der Turbinen angegriffen. CDU und FDP hatten sich auf die Seite der Kritiker gestellt und den Ausbau der Anlagen drastisch eingeschränkt.

Das soll nun anders werden. „Wir wollen NRW wieder an die Spitze führen, wo das Land bis 2005 war. Wir schaffen Jobs, wir schaffen Investitionsanreize und wir sichern Zukunftsmärkte für die heimische Wirtschaft“, sagte der Ministeriums-Sprecher. Die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Festlegungen des alten Erlasses zu „Tabuflächen“ und Abständen werden erheblich reduziert.

Höhenbeschränkungen sollen nur noch in Einzelfällen erlaubt sein. Dadurch könnten auch Windparks in Überschwemmungsgebieten am Rhein und in der unmittelbaren Nähe von Wäldern gebaut werden. Die Liberalisierung soll vor allem das sogenannte Repowering erleichtern: alte Kleinanlagen an windreichen Standorten sollen durch modernere Großanlagen ersetzt werden. Rot-Grün hofft so, seine Ausbauziele ohne großen Flächenverbrauch zu erreichen.

 
 

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