Roger Kusch darf Menschen nicht mehr beim Selbstmord "begleiten"

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Hamburg. Der umstrittene Sterbehelfer Roger Kusch darf nach einer gerichtlichen Entscheidung vorläufig nicht mehr Suizidhilfe leisten. Das Verwaltungsgericht Hamburg verurteilte am Freitag, dass Kusch die Beihilfe zur Selbsttötung zum Geschäft gemacht hat.

Der umstrittene Sterbehelfer Roger Kusch darf nach einer gerichtlichen Entscheidung vorläufig nicht mehr Suizidhilfe leisten. Das Verwaltungsgericht Hamburg verurteilte am Freitag, dass Kusch die Beihilfe zur Selbsttötung zum Geschäft gemacht hat. «Sozial unwertige und gemeinschaftsschädliche Tätigkeiten» seien verboten, begründete das Gericht seine Entscheidung in einem Eilverfahren. Damit ist das im November von der Polizei gegen Kusch ausgesprochene Verbot der Sterbehilfe bis zu einer Entscheidung über seine Klage wirksam.

Kusch betreibe als Suizidbegleiter kein erlaubtes Gewerbe, erklärte das Gericht weiter. Zwar sei die Beihilfe zur Selbsttötung nicht strafbar, hier gehe es aber «um die sozial unwertige Kommerzialisierung des Sterbens durch Beihilfe zum Suizid gegen Entgelt». Kusch biete zum Selbstmord bereiten Personen gegen ein Honorar von 8.000 Euro ein Dienstleistungspaket an, um ihnen die Selbsttötung zu erleichtern. Er leiste konkrete Hilfe, die erforderliche tödliche Mischung verschreibungspflichtiger Medikamente zu beschaffen, und unterlaufe damit das Arzneimittelgesetz.

Polizeiverbot sei nicht zu beanstanden

Das von der Polizei erteilte Verbot sei nicht zu beanstanden. Sie sei wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz zuständig gewesen, unaufschiebbare Maßnahmen zur Abwehr der Gefahr weiterer begleiteter Suizide zu ergreifen.

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Kusch hat seit vergangenen Sommer mehrere ältere Menschen beim Suizid begleitet. Ende November war ihm per Polizeiverfügung bei einer Hausdurchsuchung in Hamburg weitere Sterbehilfe verboten worden. (ap)

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