Reha-Klinik statt Krankenhaus

Neue Intensivstation des Krankenhaus St. Vinzenz.   Foto: Rust
Neue Intensivstation des Krankenhaus St. Vinzenz. Foto: Rust
Foto: Rudi Rust

Altena.. Die Kirche überlegt, das St.-Vinzenz-Krankenhaus in eine Reha-Klinik umzuwandeln. Diese Nachricht erschütterte am Wochenende große Teile Altenas. Die Gespräche des Trägers sind angeblich bereits weit gediehen.

Bisher nicht bestätigten Informationen zufolge, soll das Krankenhaus als Einrichtung der Akut- und Grundversorgung aufgegeben werden. Stattdessen würden weitere Gebäudeteile dem Pflegeheim zugeschlagen und eine gerontologische Reha-Klinik eröffnet. Von Chirurgie, Gynäkologie und den Notfall-Ambulanzen bliebe nichts mehr übrig.

Die Verkleinerung der Intensiv-Station und diverse Optimierungen schienen bisher darauf hinzudeuten, dass die Kirchengemeinde nicht an den Grundpfeilern des Altenaer Krankenhauses rüttelt.

Die Mitarbeiter/innen des Krankenhauses fielen aus allen Wolken. Selbst der Ärztliche Direktor, Dr. Hans-Hellmut Baumeister, wusste nichts von den konkretisierten Plänen. Dem gegenüber wird in politischen Gremien auf Kreisebene bereits seit Wochen über die neuen Vorschläge aus Altena diskutiert.

Offizielle Gespräche laufen mit der Kreisklinik und der Märkischen Reha.

Bürgermeister: „Nicht das Personal strafen!“

Geschäftsführerin Bettina Schmidt wollte die Informationen so nicht „in Gänze“ bestätigen. Am heutigen Dienstag finde ein Spitzengespräch statt. Daran nehmen neben der Geschäftsführung auch der Weihbischof, die Cellitinnen und Bankenvertreter teil. Schmidt kündigt für Mittwoch Mitarbeiterversammlung und Pressekonferenz an.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der St.-Vinzenz-GmbH, Pfarrer Ulrich Schmalenbach, befindet sich derzeit im Urlaub.

Chefarzt Dr. Hans-Hellmut Baumeister bekam gestern ebenfalls erst auf telefonische Nachfrage Teilinformationen von Bettina Schmidt. Sie habe von einer „reinen Absichtserklärung“ gesprochen und es sei noch kein Beschluss gefasst.

Der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Ulrich Schell, bemühte sich gestern darum, die Wogen der Aufregung zu glätten. „Man sollte nicht so schwarz sehen.“ Die Richtung, mehr für ältere Leute zu bieten, sei schon lange im Gespräch. „Es ist nichts aus dem Hut gezaubert worden. Wir werden nicht dichtgemacht.“ Aber natürlich sei es für Altena auch wichtig, die Notfallversorgung sicherzustellen.

Bürgermeister Dr. Hollstein wurde nach eigenen Angaben vor zweieinhalb Wochen informiert. Gemeinsam mit den Altenaer Ratsfraktionen lädt er am kommenden Donnerstag zu einem Pressegespräch ein. Inhaltlich wolle er deshalb noch nicht Stellung nehmen, sagt er. Und zieht dann spürbar verärgert doch vom Leder: „Ich sehe das mit großer Sorge. Wir werden die Kirche daran erinnern, dass sie sich verpflichtet hat, die medizinische Grundversorgung in Altena sicherzustellen.“ Und dieses Erinnern werde man durchaus auch „laut“ tun.

Allerdings appelliert er dringend an die Altenaer, jetzt aus Trotz nicht auch noch selbst Hand an die Axt zu lesen, indem sie das Krankenhaus boykottieren.

„Damit würden wir uns einen Bärendienst erweisen. Die Ärzte und Pflegekräfte sind immer noch dieselben wie vor zwei Monaten.

 
 

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