Regierung von Japan lehnte offenbar Abzug aller Fukushima-Arbeiter ab

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Regierungschef von Japan Naoto Kan: „Es geht nicht darum, ob Tepco kollabiert, es geht darum, ob Japan zusammenbricht“. (Foto: afp)
Regierungschef von Japan Naoto Kan: „Es geht nicht darum, ob Tepco kollabiert, es geht darum, ob Japan zusammenbricht“. (Foto: afp)
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Die japanische Regierung hat den Betreibern des Atomkraftwerks Fukushima einem Bericht zufolge bereits am 14. März verboten, die Mitarbeiter von der Anlage abzuziehen. „Eine Abberufung ist unmöglich“, zitierte die Zeitung „Mainichi Shimbun“ Japans Regierungschef Naoto Kan.

Tokio. Die japanische Regierung hat den Betreibern des stark beschädigten Atomkraftwerks Fukushima 1 einem Bericht zufolge verboten, seine Mitarbeiter von der Anlage abzuziehen.

Wie die Zeitung „Mainichi Shimbun“ am Freitag berichtete, äußerte der Energieversorger Tepco am Montag gegenüber der Regierung Sorge über die Sicherheit seiner Angestellten. Demnach kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass es „schwierig“ sein werde, das Kraftwerk nach den Explosionen und Bränden an den Reaktoren wieder unter Kontrolle zu bringen. Regierungschef Naoto Kan habe aber die Bitte, die Mitarbeiter abziehen zu dürfen, zurückgewiesen.

„Es geht darum, ob Japan zusammenbricht“

„Eine Abberufung ist unmöglich“, zitierte die Zeitung Kan. „Es geht nicht darum, ob Tepco kollabiert, es geht darum, ob Japan zusammenbricht“, soll er demnach entgegnet haben. Ein namentlich nicht genannter Vertreter der Betreibergesellschaft sagte dem Blatt, dies bedeute, die Arbeiter sollten sich der Strahlung aussetzen und „sterben“.

In der Anlage Fukushima 1 waren bis zu dem Erdbeben vor einer Woche bis zu 5000 Menschen tätig. Offiziell hat Tepco bisher nicht erklärt, wie viele Arbeiter noch auf dem Gelände des Kraftwerks sind. Berichten zufolge sollen es etwa 70 sein. (afp)