Ramadan ist das Weihnachten der Muslime

Die DITIB Fatih-Moschee in Essen-Katernberg zum Zeitpunkt des Fastenbrechens (20:16 Uhr) im Ramadan am Montag, 06.September 2010. Foto: Ulrich von Born/ WAZ FotoPool
Die DITIB Fatih-Moschee in Essen-Katernberg zum Zeitpunkt des Fastenbrechens (20:16 Uhr) im Ramadan am Montag, 06.September 2010. Foto: Ulrich von Born/ WAZ FotoPool
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Der muslimische Fastenmonat Ramadan ist beendet. Nach 30 Tagen Fasten feiern gläubige Muslime nun ihr „Weihnachtsfest“, mit viel Süßem, vor allem für die Kinder. Doch in manchen Stadtteilen ist von Festtagsstimmung nichts zu spüren.

Essen.. Das Telefon steht nicht still in der Begegnungsstätte der Merkez-Moschee in Duisburg. Es ist der letzte Tag des Fastenmonats Ramadan und Zehra Yılmaz, die Leiterin, hat noch einiges zu organisieren, bevor ab heute Zuckerfest gefeiert wird. Trotz Stress klingt sie sehr fröhlich: „Weil wir die Prüfung bestanden haben.“

30 Tage haben gläubige Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken, haben auf Alkohol, Nikotin und Sex verzichtet. Wichtiger jedoch: Sie haben anderen ihre Fehler vergeben, haben gespendet für Bedürftige und sich zum allabendlichen Fastenbrechen gegenseitig eingeladen. Ein heiliger und ein geselliger Monat, der seinen Höhepunkt nun in einem dreitägigen Fest findet, über das NRW-Integrationsminister Guntram Schneider in einer Grußbotschaft an die muslimischen Glaubensangehörigen sagt: „Es ist das Weihnachten der Muslime.“

Bis Donnerstag besuchen nun Jüngere die Älteren, sie beschenken sich und bringen Süßigkeiten mit, vor allem für die Kinder. Und das alles im Feiertagsdress. Auch Zehra Yılmaz war mit ihren Töchtern Yaima (10) und Büsra (16) shoppen. „Das ist Tradition“, sagt die 48-Jährige. Und weil die Kleinen im Mittelpunkt stehen beim Zuckerfest, hat sie vor sechs Jahren mit einigen anderen Eltern eine neue Tradition begründet: Gefeiert wird in einem Indoor-Freizeitpark, inzwischen kommen 1000 Erwachsene und Kinder.

Keine Festtagsstimmung in Duisburg-Neudorf

Für die rund 1,5 Millionen nordrhein-westfälischen Muslime sind diese Tage ganz besonders, Nachbarn erkennen es an der festlichen Kleidung und den Schlangen vor den Baklava-Bäckereien. In manchen Stadtteilen jedoch ist nichts zu spüren von Festtagsstimmung. Wie in Duisburg-Neudorf, wo Yasemin Alpay wohnt. Die 34-Jährige findet es schade, dass ihre Verwandten in der Türkei leben und auch ihre Eltern gerade im Urlaub sind. Zum Glück kommen E-Mails, SMS und Anrufe, „sehr viele“. Der Inhalt: „Bayramın kutlu olsun!“ (Frohes Fest!)

 
 

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