Publikum im Bann der Eva Mattes

Foto: Simon Schönbeck

Altena.. Eva Mattes nahm am Samstagabend ihr Publikum im Burggymnasium mit in Traumwelten, ermöglichte Begegnungen mit Großstadt, Liebe, Romantik, mit melancholischer Einsamkeit. Mit ihrer ausdrucksstarken Mimik und Gestik und ihrem kongenialen Partner Dariusz Swinoga am Akkordeon und Klavier gab sie den Chansons eine Eindringlichkeit, die das Publikum fesselte.

Eva Mattes zeigt starke Bühnenpräsenz, setzt ihren Körper bei der Interpretation der Lieder ein. Sie ist eine Vollblut-Schauspielerin, eine populäre dazu. So ist sie als Tatort-Kommissarin Klara Blum zu bewundern.

Ihr Publikum zieht Eva Mattes förmlich in den Bann, wenn die in Berlin lebende österreichische Staatsbürgerin zum Beispiel Geschichten vom Berliner Großstadtleben erzählt.

Sie entführt das Publikum mit „Und über uns der Himmel“ in verschiedene Szenarien an der Spree. Damit sich die Zuschauer Berlin vorstellen kann, verleiht sie dem Großstadtgewimmel und den Freuden des Alltags ihre unverwechselbare Stimme.

Die Geschichten handeln auch von Emigration und dem Leben fern der Heimat. Mascha Kalékos, Walter Mehrings und Kurt Weills Gedichte oder Lieder verdeutlichen dem Publikum die Tragik des Verlustes der Heimat, ihr Leben in der Emigration

Dariusz Swinoga unterstützte die Sängerin mit seinen Instrumenten. Der Zuschauer sah, wie er Musik mitfühlte und wie seine Finger mit spielerischer Sicherheit über das Akkordeon flogen. Sein Blick verriet starke Anspannung , wirkte gehetzt, leidend.

Der polnische Musiker erhielt schon zahlreiche Auszeichnungen für sein Akkordeon-Spiel. Er ist ein berühmter Film- und Theatermusiker Osteuropas.

Eva Mattes harmoniert mit Dariusz Swinoga perfekt. Sie tanzt über die Bühne, zeigt ihre Freude, wirkt fröhlich. Oder sie verharrt regungslos -- ein Zeichen von Melancholie und Verzweiflung. Die Frau, die die Synchronstimme von Pippi Langstrumpf sprach, wandelt sich von einem Moment auf den anderen. Eine großartige Leistung

Gedichte schnürten das glänzende Gesamtpaket zusammen, sodass das Publikum einen unterhaltsamen und künstlerisch sehr schönen Abend erlebte. Nach Abschluss des Konzerts gab es für die Künstler lang anhaltenden Beifall. Daher gaben Mattes und Swinoga noch eine Zugabe.

Irmgard Schleier, der die künstlerische Leitung des Programmes obliegt, freute sich über die gute Licht- und Tontechnik: „Heute hatten wir eine Welturaufführung. Noch nie hatten wir Licht- und Tontechniker, die von der achten bis zu elften Klasse gehen. Wir bedanken uns für ihre Geduld, die manche Profis nicht mehr haben.“

Licht- und Technik aus Schülerhand

Die Licht- und Tontechnik übernahmen die Schüler des Burggymnasiums. Das Konzert war zwar nicht vollständig ausverkauft, dennoch durften sich die Veranstalter über einen gut gefüllten Saal freuen und darüber, dass dem Publikum ein gelungener Abend beschert wurde.

Der Kulturring unter der Leitung von Barbara Langos hatte dieses Konzert mit Eva Mattes und ihrem Begleiter organisiert.

 
 

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