Protest wird rabiater

Bevor die Debatte um die jüngste Widerstands-Taktik der Atom-Gegner und ihren politischen Begleitschutz hysterisch wird, vielleicht eine kurze Erinnerung: Nötigende Sitzblockaden oder sich im Schienenfundament einbetonierende Aktivisten ­waren in der Vergangenheit im Wendland häufig angewandte Strategien des zivilen Ungehorsams.

Die ebenfalls in der Grauzone zwischen illegal, legal und legitim rangierten. Das Abendland steht trotzdem noch.

Der Plan, den Castor-Zügen den Schotter zu entziehen, fügt sich in dieses Katz-und-Maus-Spiel zwischen Staat und Gegnern ­einer anrüchig gewordenen Atom-Politik. Er sollte trotzdem nicht eins zu eins verstanden werden. Kein Zug soll entgleisen. Es reicht nur einer größer werdenden Minderheit nicht mehr, sich wie die Eltern-Generation auf die Straße zu setzen und von der Polizei wegtragen zu lassen.

Die undurchsichtigen Umstände des schwarz-gelben Atomdeals haben diesen rabiateren Widerstandsgeist geweckt. Die politischen Kosten für die lebensverlängernde Maßnahme für die 17 gefährlichsten deutschen Müll-Produzenten, die Atomkraftwerke, werden immer höher. Kommt es im November zu Eskalationen wie bei Stuttgart 21, wird Kanzlerin Merkel dafür einen hohen Preis zahlen.

 
 

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