Priorität für das Trinkwasser

Gegner der Fracking-Methode laufen Sturm.
Gegner der Fracking-Methode laufen Sturm.
Foto: Anja Cord

Kamen. Ob und mit welchen Verfahren in Kamen Gas aus Kohlenflözen gewonnen wird, bleibt offen. Der Weg dahin soll öffentlich begleitet werden. Der Rat beschloss fast einstimmig – nur die BG stimmte dagegen – eine Resolution.

Transparenz, Aufklärung über Gefahren und Risiken, Beteiligung von Politik und Bürgern fordert der Rat. Die Resolution hält fest: „Der Schutz des Trinkwassers hat für den Rat der Stadt Kamen oberste Priorität.“ Gefordert wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung als fester Bestandteil von Planverfahren.

Die Stadtverwaltung versucht derzeit, von den Antragstellern für Gasnutzungen Aufschluss über deren Pläne zu erhalten. Mit HammGas habe man schon gesprochen, informierte Bürgermeister Hermann Hupe den Rat. Die Gesellschaft mit Beteiligung der Hammer Stadtwerke habe erklärt, wenn man den Zuschlag im Wettbewerb mit einem weiteren Antragsteller erhalte, wolle man Untersuchungen vornehmen. Zu Probebohrungen werde es frühestens 2012 kommen. Dabei beabsichtige man nicht, das umstrittene Fracking einzusetzen, also Wasser, möglicherweise vermischt mit chemischen Zusätzen, in den Boden zu pressen. Ausgeschlossen sei später Fracking nicht. Dann werde man die Öffentlichkeit beteiligen und wasserrechtliche Genehmigungen einholen. Gespräche mit Mine-Gas, einer Evonik-Tochter, die in Methler Gas fördern will, stehen noch aus.

Die Ratsfraktionen wollen weitere Entwicklungen kritisch begleiten.

Für die SPD erinnerte Marion Dyduch daran, dass man in Kamen nach dem Erdfall von Wasserkurl solchen Aktivitäten besorgt entgegen sehe.

Ina Scharrenbach begrüßte für die CDU die einvernehmliche Positionierung des Rates. Man müsse den Nutzen der Gasgewinnung abwägen gegen negative Folgen.

Für Grünen-Sprecher Klaus-Bernhard Kühnapfel ist der Schutz des Trinkwassers nicht abwägbar und dürfe nicht in Frage gestellt werden.

Die Linke erinnert an Berichte über Fracking-Folgen in den USA und warnt vor Wiederholungen im dicht besiedelten Ruhrgebiet.

Die FDP hätte gern die GSW in der Rolle des Projektbetreibers gesehen. Dann hätte man das Vorgehen in der Hand, so Heike Schaumann.

Die BG interessierten vor allem Entschädigungsfragen. Die Resolution lehnte Dieter Kloß ab.

 
 

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