Präventiver Kinderschutz

Fachkräfte aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe informieren sich bei den Veranstaltungen des Jugendamtes über Kinderschutz. Foto: Jan Dinter
Fachkräfte aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe informieren sich bei den Veranstaltungen des Jugendamtes über Kinderschutz. Foto: Jan Dinter
Foto: WAZ FotoPool

Nachrodt-Wiblingwerde/Märkischer Kreis..  Das Jugendamt des Märkischen Kreises, Fachdienst Soziale Dienste, organisiert mit Unterstützung des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes in den Kommunen ohne eigens Jugendamt die Netzwerke „Frühzeitige Hilfen“. Im Netzwerk Nachrodt-Wilbingwerde fand dazu laut Auskunft des Märkischen Kreises Anfang Juli bereits eine erste Auftaktveranstaltung im Haus Hagener Straße 96 statt. Kreisweit haben bereits 85 professionelle Fachkräfte aus den Bereichen Kinder-/Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Bildung an den Info-Treffen teilgenommen. In Nachrodt-Wiblingwerde beispielsweise Mitarbeiterinnen des Familienzentrums Fibs.

Die rechtliche Grundlage für die Netzwerk-Initiative ist das Bundeskinderschutzgesetz, das am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Alle Jugendämter sind nun in der Verantwortung, den präventiven Kinderschutz zu stärken und flächendeckend einen Rahmen für verbindliche Vernetzungsstrukturen zu schaffen. Kreisweit gibt es die Netzwerke Herscheid, Schalkmühle/Halver, Balve/ Neuenrade, Nachrodt-Wiblingwerde, und Meinerzhagen/Kierspe. Die Vernetzung der unterschiedlichen Bereiche soll zu einer Verbesserung der Unterstützung von jungen Eltern durch bedarfsgerechte Angebote im jeweiligen Sozialraum führen.

In den Netzwerktreffen können die bereits bestehenden Angebote koordiniert und neue Angebote entwickelt werden. Beispielsweise führt das Kreisjugendamt seit 2011 Willkommensbesuche bei den Eltern von Neugeborenen durch. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges Angebot an frischgebackene Eltern, um über Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.

Grundsätzlich sind vielfältige neue Angebote denkbar wie Elterntrainings, Patenschaften oder Elterncafes. Diese müssen auf die jeweilige Stadt oder Gemeinde zugeschnitten und umsetzbar sein. Frühzeitige Unterstützungsangebote können helfen, dass Problemsituationen bestenfalls gar nicht erst entstehen oder positiv beeinflusst werden können.

Das Kreisjugendamt, unter Projektleitung von Martina Eisenblätter und Guido Kientopf, legt dabei den Schwerpunkt bewusst auf Kinder im Alter von 0 bis 12 Jahren. Es geht damit über die empfohlene Altersgruppe des Nationalen Zentrums „Frühe Hilfen“ von Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren hinaus. Vorrangig soll es einen frühzeitigen Zugang geben, ohne eine allzu enge Alterseinschränkung vorzunehmen.

 
 

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