Postengeschacher im Regionalverband Ruhr

Essen. Die Besetzung des neuen Planungschefs im Regionalverband Ruhr (RVR) sorgt für Wirbel. Nach WAZ-Informationen will der Grünen-Politiker Martin Tönnes den Posten besetzen. Nach Meinung seiner Kritiker ist er für den Job jedoch nicht geeignet.

Die Personalpolitik im Regionalverband Ruhr (RVR) unter der rot-grünen Koalition erhitzt die Gemüter. Allen voran die Besetzung des neuen Planungschefs im RVR sorgt intern für Kritik. Nach Informationen der WAZ-Mediengruppe will der bisherige Vorsitzende der grünen Fraktion im RVR, Martin Tönnes, im kommenden Jahr den wichtigen Posten mit dem Segen der SPD besetzen. Die Stelle war bislang vom Grünen Planungsfachmann Thomas Rommelspacher besetzt. Tönnes sagte der WAZ: „Ich werde mich in einem offenen Verfahren bewerben.“

Sollte Tönnes den Job bekommen, dürfte er mit Hilfe der staatlichen Planungshoheit an entscheidender Stelle über den Siedlungsbau im Revier und die Errichtung von Kraftwerken wie in Datteln befinden. Nach Meinung seiner Kritiker ist Tönnes für den Job nicht ausreichend qualifiziert. Zwar habe der grüne Ratsherr aus Dortmund einmal Raumplanung studiert, weise aber keinerlei Berufserfahrung in einer nennenswerten Verwaltung auf, sagen Parteifreunde. Er hatte auch nie Personal- oder Führungsverantwortung in einer Behörde. Stattdessen war er seit 1997 im Landtag NRW als Zuarbeiter der grünen Fraktion mit Verkehrs- und Wohnungsfragen beschäftigt. Nach Ansicht der internen Kritiker sollte der Planungschef für das Ruhrgebiet mit seinen fünf Millionen Einwohnern wenigstens ein paar Jahre lang ein entsprechendes Dezernat in einer größeren Stadt geleitet haben.

„Das grenzt an Verdummung“

Tönnes selbst sagt: „Als ausgebildeter Raumplaner habe ich die fachliche Qualifikation. Zudem kenne ich die Strukturen im Ruhrgebiet. Ich hatte auch als Betriebsrat der Fraktion Personalverantwortung und kann die Stelle ausfüllen.“

Während dieser Streit die rot-grüne Koalition beschäftigt, sorgen bei der Opposition die restlichen Personalentscheidungen für Unmut. Während sich die CDU daran stört, dass der neue Direktor des Ruhrgebietsverbandes, der IGBCE- und SPD-Mann Christoph Dänzer-Vanotti, von der SPD allein bestimmt worden ist – und nicht in Absprache mit den Konservativen - kritisiert die

FDP besonders, dass die SPD intern bereits den Ex-Juso-Vorsitzenden Thomas Westphal als neuen Chef der Ruhrgebiets-Wirtschaftsförderung vorgestellt hat, bevor bereits terminierte Vorstellungsgespräche mit anderen Bewerbern durchgeführt wurden. „Das Verhalten der Verantwortlichen von SPD und Grünen in inaktzeptabel. Sie können nicht qualifizierte Bewerber zu Gesprächen einladen und dabei schon ihren Kandidaten ausgewählt haben. Das grenzt an Verdummung“, sagte FDP-Fraktionschef im RVR Thomas Nückel.

 
 

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