Polizei verbietet Kundgebung von "Pro Köln"

Vera Kämper, Markus Hündgen und Katrin Scheib

Köln. Polizei und Staatswanwaltschaft haben die Kundgebung von "Pro Köln" auf dem Kölner Heumarkt verboten. "Die Sicherheit der Kölner geht vor", hieß es zur Begründung. "Pro Köln" habe nicht mit der Polizei kooperiert. Zuvor hatten einige Gegendemonstranten Polizisten mit Gegenständen beworfen.

Um 12 Uhr sollte die Kundgebung der rechtspopulistischen Intiative "Pro Köln" beginnen. Doch da einige prominente Gäste noch am Flughafen festsaßen, wurde der Auftakt zunächst verschoben. Dann folgte die Entscheidung. Aus Sicherheitsgründen wurde die Veranstaltung komplett verboten. "Pro Köln" habe sich der Polizei gegenüber den ganzen Tag lang unkooperativ verhalten, hieß es dazu. "Pro Köln"-Politiker Manfred Rouhs sprach von "Willkür", rief seine Anhänger aber zur Disziplin auf.

Die Polizei hatte mit rund 1500 Teilnehmern und bis zu 40 000 Gegendemonstranten gerechnet. An einigen Stellen starteten Demonstranten Sitzblockaden. Polizisten eskortieren Kundgebungsbesucher hindurch. Aus den Reihen der Gegendemonstranten wurden Eier auf die Polizisten geworfen. Auch eine Wasserflasche flog in Richtung Polizei.

"Nazis raus"-Sprechchöre waren in vielen Teilen der Innenstadt zu hören. An den Protesten gegen den "Kongress" beteiligen sich viele verschiedene Gruppen, darunter zahlreiche Schüler. Gelegentlich sind aber auch vermummte Autonome zu sehen. Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma rief zum friedlichen Protest auf. Auch die Polizei warnte vor einer "Solidarisierung mit Gewalttätern. damit der bislang friedliche Charakter der Gegendemonstrationen erhalten bleibt".

Schon am Freitagabend seien Polizeibeamte mit Farbbeuteln und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Zwei Beamte mussten medizinisch versorgt werden. Die Polizei meldet weiter, sie habe einen mit Linksautonomen besetzten Bus gestoppt und Sturmhauben, Chinaböller, Teppichmesser und Rundhölzer sichergestellt. Insgesamt gab es zehn Festnahmen.

Am Samstagmorgen wurde ein Polizist durch einen geworfenen Knallkörper im Gesicht verletzt. Wasserwerfer stehen deshalb einsatzbereit parat.

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