Politiker-Sprechstunde im Netz steht für NRW in den Startlöchern

Essen. Politiker-Sprechstunde im Netz: Abgeordnetenwatch für Nordrhein-Westfalen steht in den Startlöchern. Für die Finanzierung werden Menschen gesucht, denen transparente Politik etwas wert ist.

Seit Dezember 2006 können Wähler ihre Bundestagsabgeordneten auf der Internetseite „www.abgeordnetenwatch.de” per E-Mail kontaktieren und zu politischen Themen befragen. Ein Jahr später bekommt die überparteiliche Plattform Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen.

Doch von vorn: Dank abgeordnetenwatch.de können Bürger ihren politischen Vertretern auf die Finger schauen. Wer schon immer wissen wollte, was „sein” Bundestagsabgeordneter vom Bau des neuen Kohlekraftwerks, der Wehrpflicht oder der Höhe der Hartz-IV-Leistungen hält, tippt seine Frage einfach in ein E-Mail-Formular und wartet, bis die Politiker reagieren.

Offener Dialog mit der Politik

Und tatsächlich: „Die meisten Parlamentarier machen mit", sagt Boris Henkele, einer der Initiatoren des Projekts, „die Antwortquote liegt bei 75 Prozent.” Alle Antworten werden veröffentlicht. Doch auch wem erstmal kein konkretes Problem auf den Nägeln brennt, findet auf abgeordnetenwatch.de eine Fülle an Informationen. Denn alle Mitglieder des Bundestages sind gelistet – mit Foto, Beruf, Kontaktadresse, Themenschwerpunkten und den wichtigsten Angaben zur Person.

Zudem begleitet das Abgeordnetenwatch-Team Abstimmungen im Bundestag. Jeder sieht so auf einen Klick, wer ihn im Parlament vertritt und vor allem: wie. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit zum offenen Dialog mit der Politik: Täglich besuchen mehr als 10 000 Nutzer das Portal – ein Grund, das Projekt nun auch für die Länder zu realisieren. Und zwar in enger Kooperation mit der WAZ-Mediengruppe.

Förderer oder Spender gesucht

Doch das Mehr an Demokratie ist nicht kostenlos: Moderatoren kümmern sich um die eingehenden Fragen und leiten sie – sofern sie nicht beleidigend oder privater Natur sind – an den betreffenden Mandatsträger weiter. Die Profile der einzelnen Politiker müssen gepflegt, ihr Abstimmungsverhalten dokumentiert werden. Die Initiatoren rechnen daher mit Kosten in Höhe von 50 Euro pro Monat pro Abgeordneten. Geld, das auch für das nordrhein-westfälische Projekt gebraucht wird: Abgeordnetenwatch.de für Nordrhein-Westfalen ist auf Menschen angewiesen, die die Kommunikation zwischen Volk und Volksvertretern unterstützen wollen. Entweder als Förderer oder als Spender.

Fördermitglied kann jeder werden, der sich bereit erklärt, ab fünf Euro pro Monat zu investieren. Als kleines Dankeschön werden alle, die regelmäßig mitfinanzieren, automatisch benachrichtigt, wenn ausgewählte Abgeordnete Antworten geben oder Fragen gestellt bekommen. Natürlich sind auch Spenden in jeder Höhe willkommen. Jeder Spendeneingang wird offen auf Abgeordnetenwatch dokumentiert. „Dies ist ein Angebot für Transparenz in der Politik. Wer sollte sich diesen Service leisten, wenn nicht wir Bürger”, begründet Boris Henkele diese Form der Finanzierung. Er hofft, dass sich bald auch NRW-Abgeordnete positionieren werden – in der Politiker-Sprechstunde im Netz.

Wenn Sie für Abgeordnetenwatch in Nordrhein-Westfalen spenden wollen, klicken Sie hier.

 
 

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