Politiker räumen Fehler in der Ehec-Krise ein

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP, v.l.), der Europäische Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, und Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) zu Beginn einer Sonderkonferenz zur Ehec-Krise.Foto: dapd
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP, v.l.), der Europäische Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, und Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) zu Beginn einer Sonderkonferenz zur Ehec-Krise.Foto: dapd
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Berlin. Ein Ende der Ehec-Krise ist vorerst nicht in Sicht. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr schließt weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim nicht aus. Derweil haben Bund und Länder Fehler im Krisenmanagement eingeräumt.

Die Zahl der Ehec-Todesfälle in Deutschland ist weiter gestiegen. Bislang seien 25 Menschen im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim gestorben, teilte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am Mittwoch in Berlin nach einem Spitzentreffen mit. „Es ist leider auch nicht auszuschließen, dass noch weitere Todesfälle zu verzeichnen sind“, fügte er hinzu. Auch sei nicht auszuschließen, dass in den kommenden Tagen weitere Infektionen festgestellt würden.

Dennoch gibt es Bahr zufolge auch eine positive Entwicklung. Die Anzahl der Neuinfektionen sei in den vergangenen Tagen fortwährend rückläufig gewesen. „Das heißt nicht, dass in einzelnen Regionen nicht ein Anstieg zu verzeichnen ist“, fügte er hinzu. Die Verzehrs- und Hygieneempfehlungen des Robert Koch-Instituts würden weiterhin aufrecht gehalten. Der Verbraucherschutz und die Gesundheit der Bürger hätten oberste Priorität, betonte der Minister.

Ehec unter der LupeMehr als 1.900 Menschen seien mittlerweile mit dem Ehec-Erreger infiziert, sagte die Bremer Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD). Etwa 670 Patienten litten am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS), das bei Ehec-Infektionen auftreten und zum Tod führen kann.

Bund und Länder wollen Krisenmanagement überprüfen

Bund und Länder haben derweil indirekt eingeräumt, dass ihr Krisenmanagement bei der Bekämpfung des Ehec-Ausbruchs nicht optimal gelaufen ist. „Bund und Länder sind sich einig, dass nach dem aktuellen Geschehen eine sorgfältige Evaluierung der Zusammenarbeit zwischen EU, Bund und Ländern sowie zwischen den Gesundheits- und Lebensmittelüberwachungsbehörden erfolgt“, teilten die Gesundheits- und Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern am Mittwoch nach einem Spitzentreffen in Berlin mit. Auf Kritik war vor allem gestoßen, dass sich in den vergangenen Tagen gleich mehrere Behörden sowie Landes- und Bundesminister zu dem Krisengeschehen geäußert hatten und die Vielzahl der Stimmen in der Öffentlichkeit für Verunsicherung gesorgt hatte.

Der Ursprung der Infektionen sei immer noch nicht gefunden worden und werde womöglich auch nie gefunden werden, hieß es in der gemeinsamen Erklärung von Bund und Ländern weiter. Bislang seien über 3000 Proben untersucht worden. Der aggressive Ehec-Erreger, der zu der Erkrankungswelle geführt habe, sei bislang nicht nachgewiesen worden. Eine Ehec-Befund auf Gurken stehe mit den Durchfallerkrankungen nicht in Zusammenhang. (dapd/rtr)

 
 

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