Pleite als Alternative - von Sabine Brendel

Die meisten griechischen Parlamentarier haben sich ungeachtet der massiven Proteste ihrer Bürger hinter die rigiden Sparpläne der Regierung gestellt. Das ist gut, aber noch längst nicht genug, um die Staatspleite abzuwenden. Immerhin lehnten 138 Parlamentarier die neuen Sparvorhaben ab. Und die Opposition hat immer noch kein klares Bekenntnis abgelegt, dass auch sie die Sparziele einhalten wird, falls die Regierung wechselt. Doch genau das fordern die europäischen Staaten, damit Griechenland weitere Notkredite erhalten kann.

Es ist daher verständlich, dass EU-Spitzenvertreter Druck machen. Falsch ist aber, wenn sie sagen, es gebe keine Alternative zum Sparkurs . Die Alternative wäre Griechenlands Pleite. Die will aber niemand, da die Krise dann auf andere Euro-Staaten übergreifen könnte. Doch würde sich die EU nicht auf alles vorbereiten, wäre das grob fahrlässig. Fahrlässig wäre es auch, die massiven Proteste der Menschen in Griechenland zu unterschätzen. Spätestens, wenn das zweite Hilfspaket geschnürt wird, muss die EU den Griechen aufzeigen, wie ihre gebeutelte Wirtschaft wieder fit gemacht werden kann. Nur mit Sparen wird das misslingen.

 
 

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