Piraten im Kreis Unna formieren sich

Von Philipp Ziser

Werne.  Die für August geplante Gründung eines Werner Ortsverband der Piratenpartei muss noch etwas warten. „Es ist sinnvoller, erst einen Kreisverband Unna und dann einen Ortsverband zu gründen,“ sagt Mirko Wittwer, der bei der Landtagswahl in Bergkamen, Kamen und Bönen als Direktkandidat antrat.

Über die Gründung eines Kreisverbands wird am 7. Oktober entschieden: Dann treffen sich alle Piraten des Kreises Unna, um Pro- und Contraargumente auszutauschen. Denn davon gibt es offensichtlich viele: „Wir sind zurzeit etwa 120 Piraten im Kreis. Unter denen gibt es vermutlich ungefähr 30 Meinungen, ob und wie man einen Kreisverband gründen sollte“, erklärt Wittwer.

Er selbst würde die Gründung eines Kreisverbandes und auch eines Werner Ortsverbandes befürworte: „Ich denke das würde uns helfen, noch mehr wahrgenommen zu werden. Das wäre auf jeden Fall ein starkes Signal an die Wähler.“ Er habe das Gefühl, für manche Wähler würde man erst dann „richtig dazugehören“, wenn man tatsächlich einen Verband vor Ort hätte.

Im Moment sind die Piraten im Kreis eher lose strukturiert. Sie treffen sich in den einzelnen Städten des Kreises regelmäßig zu Stammtischen. In Werne zum Beispiel trifft sich dieser Stammtisch an jedem zweiten Mittwoch im Monat im „Auszeit“. Die Stammtische sind nicht nur für Piraten, sondern alle Interessenten. Die Stammtisch-Themen werden vorher im Internet veröffentlicht. Dazu gehören hauptsächlich kommunalpolitisch aktuelle Fragen, aber auch Themen wie das umstrittene Urheberrechtsabkommen „Acta“.

Zusätzlich dazu gibt es auch noch die so genannten Crews., zum Beispiel die „Crew Funne-Piraten“ in Werne, Lünen und Selm. Sie besuchen unter anderem den öffentlichen Teil von Ratssitzungen und organisieren Infostände, meist in Kooperation mit den NRW-Piraten. Außerdem gibt es seit kurzer Zeit auch noch einen Arbeitskreis zur Kommunalpolitik in Unna.

Im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Partei wollen die Piraten sich jetzt konkreter und effizienter organisieren, deshalb planen sie, zeitnah eine Verbandsstruktur aufzubauen. Schließlich wollen sie „dazugehören“ und bei den nächsten Wahlen für noch mehr Furore sorgen als bei den Landtagswahlen. Im Mai konnten die Kreispiraten bei Erst- und Zweitstimmen jeweils über acht Prozent der Wähler für sich gewinnen.