Panda-Rapper auf Erfolgskurs

Die „Bizzy Beats“  im Treffpunkt Altstadt.
Die „Bizzy Beats“ im Treffpunkt Altstadt.
Foto: WAZFotoPool

Dorsten..  Es ist voll an diesem Freitagabend im Treffpunkt Altstadt. Junge Mädchen drängen sich zusammen mit Jungs in Kapuzenpullis oder T-Shirts vor der Bühne. Auf einmal wummern martialische Schussgeräusche aus den Boxen. Doch statt Cowboys stürmen unter großem Gejubel Leute in Pandabären-Kostümen die Bühne. Und die vier Rapper der „Bizzy Beats“.

„Bounce mit den Pandabären“ heißt der erste Song des Abends. Und zum „bouncen“ (engl. abprallen, zurückwerfen) bringen die Nachwuchskünstler ihr Publikum von Anfang an. Der Beat geht sofort ins Blut der Zuschauer, die ihre zur Bühne gestreckten Arme rhythmisch auf- und abwippen – die Geste, mit der Hip-Hop-affine auf der ganzen Welt ihren Gefallen kundtun.

Schon seit 2007 rappen Julian Römisch (20) und Daniel Moritz (22) zusammen im Zeichen des Pandabären. Wie in der Szene üblich, kennt man sie eher unter ihren Künstlernamen „Antik“ und „Mori“. Etwas später stießen dann Jörn Heitbreder (21) alias „Jott-Ha“ und „Mavgic“-Timo Schlingmann (19) dazu.

In Dorsten und Umgebung sind die Jungs mittlerweile bekannt. Davon zeugen nicht nur Auftritte in diesem Jahr auf dem Hervester Bergfest, der „Extraschicht“-Party und im St. Josef-Jugendtreff, sondern auch 170 im Vorverkauf verkaufte Karten für die Release-Party. Die Vorstellung des Albums „Schluss mit dem Affentheater“ ist Höhepunkt ihres musikalischen Engagements in diesem Jahr.

Zwar schicken sie ihre Tracks fleißig an Plattenlabel und Radiostationen, doch noch ist es vor allem Mund-zu-Mund-Propaganda und persönlicher Kontakt mit dem neue Fans gewonnen werden.

„Schluss mit dem Affentheater“ ist kein Konzeptalbum, durch das sich ein roter Faden zieht. Wie etwa im Eröffnungstrack teilen die Jungs nach Rap-Manier durchaus mal verbal aus. Und das gefällt, denn auch in den zuweilen deftigen Punchlines beweisen die vier ihr Wortspielkönnen. In anderen Songs zeigen sich die „Bizzy Beats“ dagegen nachdenklich, wagen etwa mit „Wie ein Vogel im Wind“ einen Blick auf ihre Zukunft. „Mittlerweile sind wir ständig in den Top Ten“, heißt es an einer Stelle.

Doch dafür, dass Selbstüberschätzung den meisten Rappern als Tugend gilt, geben sich die „Bizzy Beats“ ansonsten sympathisch bodenständig. Sie hoffen auf eigene Familien, Erfüllung im Beruf oder die Meisterschale für den Lieblingsverein. Einzig die schwülstigen Gesangparts im Refrain stören im ansonsten tollen Track.

Mit Abgründen im Leben setzen sich die vier in „Lebenslauf.doc“ auseinander. Es geht um einen Jungen, der seine Mutter verliert, auf die schiefe Bahn gerät und im letzten Moment doch noch die Kurve bekommt. Ein Stück Hiphop, das zu Herzen geht, mit teilweise fast poetischen Passagen wie: „Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft.“

Statt in Melancholie versunken zeigen sich die Rap-Fans aber begeistert nach dem etwa anderthalbstündigen Auftritt der Panda-Rapper. Die älteren Tracks gibt’s als Zugabe.

 
 

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