Organisation der Flugtage in Dorsten "wie ein Kunstflug"

Foto: Franz Meinert
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Dorsten.. Wenn am Wochenende der Himmel über Dorsten wieder mit bunten Flugzeugen aus ganz Deutschland und den Benelux-Staaten bevölkert wird, ist Flugtag. Am 10. und 11. September präsentiert der Luftsportverein ein Programm, das attraktiv ist, aber ohne militärische Jets auskommt.

„Nach den Ereignissen von Ramstein 1988 musste sich der Begriff Flugtag auch in Dorsten ganz neu definieren. Wir haben damals durch Zufall von einem Vereinsmitglied die Geschichte von einem Flugplatzfest gehört, das alte Flugzeuge und Automobile zu einem Rendezvous einlud. 1989 haben wir diese Flugtage zum Anfassen mit großem Erfolg auf den Weg gebracht“, sagt Heinz Kleine-Vossbeck, der seit 1955 bei allen Flugtagen des LSV Dorsten mitgewirkt hat.

Dabei ist es in all den Jahren nicht unbedingt leichter geworden, eine Großveranstaltung wie den Flugtag vorzubereiten. „Die Organisation ist fast wie Kunstflug. Es hat sich rein rechtlich viel verändert. Als wir 1989 angefangen haben, da kamen ganz viele Oldtimer-Flugzeuge aus den Niederlanden. Die alten Flugzeuge brauchten dort früher nicht einmal ein Funkgerät. Heute müssen sie wie ein Airliner ausgerüstet sein, wenn sie nach Deutschland fliegen wollen. Das kostet viel Geld, das natürlich lieber in die immensen Wartungskosten investiert wird, die so ein Flieger verursacht“, weiß Hans Hermann Günther, der die intensiven Kontakte des LSV Dorsten zu Oldie-Piloten in fast drei Jahrzehnten geknüpft hat.

Notfalls wird ein Sonnentanz vollführt

„Ein Liter Avgas 100, so die offizielle Bezeichnung für Flugbenzin, kostet 2,40 Euro und so eine Antonov mit 1000 PS hat Durst“, sagt Vereinspräsident Jürgen Salamon, der am Wochenende mit dem Firmenjet seiner Dr. Peters-Unternehmensgruppe und seinem Oldtimer vom Typ T6 gleich mit zwei Flugzeugen am Start sein wird. „Ein Verein muss natürlich auch das Wagnis finanzieller Art mit in seine Überlegungen einbeziehen. Wir sind zu 100 Prozent vom Wetter abhängig und ich weiß, dass die Mitglieder des Vereins ab Freitag auch notfalls im Baströckchen einen Sonnentanz am Landekreuz des Flugplatzes vollführen würden, wenn das gutes Wetter am Wochenende garantieren würde“, sagt der zweite Vorsitzende Herbert Vogel.

Trotz aller Probleme hat die rund einjährige Vorbereitungsphase der Flugtage Ergebnisse geliefert, die sich sehen lassen können. „Die T6, ein Brummer aus den 1930er Jahren, wird mit drei Exemplaren am Start sein. Die „Seagulls“, eine Staffel aus den Niederlanden, werden ihre Künste vorführen und etliche Kunstflieger werden präzise Figuren in der Zone über dem alten Zechenhafen präsentieren“, sagt Herbert Vogel.

Am Boden haben die Frauen der Flieger wieder das legendäre Café im Hangar organisiert. „Nicht wenige Piloten behaupten, dass sie wegen des Kuchens und der besten Pommes weit und breit Dorsten anfliegen“, sagt Tina Wobbe, die seit mehr als zehn Jahren das Catering für die vielen Gäste organisiert. „Der Flugtag ist ein Mosaik am Dorstener Himmel, das sich aus vielen kleinen und großen Teilen zusammensetzt. Für uns als Verein ist er die Visitenkarte, die wir Segelflieger bei den Bürgern der Stadt und der Region abgeben“, sagt Jürgen Salamon, der sich als passionierter Pilot schon jetzt auf seinen Lieblingspart bei den Flugtagen freut: Das Fliegen.

 
 

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