Opel muss weiter kämpfen

Christian Icking

Beim Autobauer Opel ist die Angst zurück. Verluste in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro hat das Europageschäft des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) 2011 eingefahren. GM präsentiert sich nach der überwundenen Insolvenz wieder in glänzender Verfassung, doch die Europa-Tochter steckt auch nach dem Abbau von 8000 Arbeitsplätzen weiterhin tief in den Miesen.

Schon im Vorfeld der gestrigen Bilanzvorlage in Detroit hatten ungenannte Hardliner des GM-Konzerns mit Blick auf Opel die Messer gewetzt und Spekulationen über harte Einschnitte angeheizt. Die Arbeitnehmerseite konterte zwar mit dem Verweis auf bestehende Verträge, die Stellen und Standorte bis 2014 sicherten. Doch die Sorge ist wieder da, dass Werksschließungen und Stellenstreichungen bevorstehen.

Das Durchstechen solcher möglichen Planspiele hat Methode: Es gibt Kräfte in der Detroiter Konzernzentrale, die Opel 2009 lieber verkauft hätten, als eine Sanierung aus eigener Kraft zu versuchen. Manch einer sieht offenbar nun die Chance, das chronisch defizitäre Europageschäft mit eisernem Besen auszukehren. Da erscheint es offenbar opportun, den streitbaren Opelanern schon einmal die Folterwerkzeuge zu zeigen.

Der Betriebsrat des Bochumer Opel-Werks hält dagegen: Das Ruhrgebietswerk sei bereits mehrfach mit dem Aus bedroht worden, hat Betriebsratschef Rainer Einenkel dieser Tage unterstrichen. Die Belegschaft habe große Erfahrung darin, diese Schließungspläne zu verhindern „Opel Bochum zu schließen wird auch diesmal nicht gelingen“, zeigte er sich kampfbereit.

Jetzt stimmt GM-Chef Dan Akerson die Mitarbeiter auf weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten und Verbesserung der Margen ein: Man werde die Probleme „eher aggressiv angehen“. Noch gibt es keine konkreten Ankündigungen. Doch sicher ist: Einenkel und seine Opelaner werden in den nächsten Monaten all ihre Entschlossenheit brauchen.