„Ohne Baugebiete geht es nicht“

Foto: Hans Blossey

Lüdenscheid.. Angesichts sinkender Einwohnerzahlen auf Neubaugebiete wie das ge­plan­te an der Neuenhofer Stra­ße verzichten, um die Na­tur im Stadtgebiet zu retten...

Diese Argumentation der IG Grüner Baukloh sei nicht nachvollziehbar, sagen WR-Leser – aus einer Vielzahl von Gründen.

„Das mangelnde Grundstücksangebot in der Stadt ist doch gerade die entscheidende Ursache für den andauernden Bevölkerungsrückgang“, meint Martin Kopiecki aus der Heedfelder Straße. Genau das und nicht etwa neue Baugebiete führten „zu einem nachhaltigen Schaden“.

Kopiecki sieht es so: „Die einkommensstarke, junge und gebildete Bevölkerung verlässt zunehmend den Raum Lüdenscheid, weil der Traum vom Eigenheim ohne entsprechende Baugrundstücke in der Stadt nicht realisiert werden kann.“ Wenn sich an dieser Situation nichts ändere, „wird die Bevölkerungszahl weiter abnehmen und die Stadt Lüdenscheid wichtige Steuerzahler und Investoren verlieren“.

„Die Damen und Herren von der IG Baukloh fürchten um die Ruhe und Abgeschiedenheit ihrer Luxuswohnlage“, vermutet ein WR-Kommentator alias „OeneKing“ im Internet-Auftritt „Der Westen“. „Alles andere sind vorgeschobene Argumente.“

Tatsächlich räumen Anwohner insgeheim ein, dass durch neue Häuser an der Neuenhofer Straße der Wert des eigenen Grundstücks sinke und es auch legitim sei, sich gegen ein Neubaugebiet zu wehren.

„Neuenhofer Straße ist keine Wohnstraße“

Überhaupt sei die Neuenhofer Straße alles andere als eine Wohnstraße, argumentiert Dr. Thomas Bacher in seiner Stellungnahme zum Flächennutzungsplan, der er 20 Unterstützer-Unterschriften von Bürgern beigefügt hat. Östlich davon gebe es nur die drei Hausnummern 1, 3 und 5. Und die gehörten zu Grundstücken, deren Häuser deutlich von der Straße „zurückgesetzt“ und „teils überhaupt nicht von der Neuenhofer Str. aus einzusehen“ seien. Alternative aus Sicht Bachers und der IG Grüner Baukloh: Baulücken in bestehenden Baugebieten wie etwa am Vogelberg Vorrang geben und Wohnungsleerstände beseitigen.

Unterdessen vermuten Lü­denscheider Politiker, dass eine Ausweisung des Gebiets für den Wohnungsbau dem Besitzer der Flächen westlich der Neuenhofer Straße entgegen komme. „Ich würde mich freuen, wenn das klappt“, sagte bereits Anfang des Jahres im WR-Gespräch Alhard Freiherr von dem Bussche-Kessell, Eigentümer der Flächen, die schon bald Bauland sein könnten.

Der Baron kann sich dort gehobenen Wohnungsbau mit Einfamilienhäusern gut vorstellen.

 
 

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