Obama sah bei der Tötung von bin Laden zu

Angespannte Atmosphäre im Weißen Haus: US-Präsident Barack Obama, Vizepräsident Joe Biden (links), Außenministerin Hillary Clinton und die anderen Mitglieder des Teams für Nationale Sicherheit verfolgen via Live-Schalte den Einsatz in Pakistan. (Fotos: ap/The White House, Pete Souza)
Angespannte Atmosphäre im Weißen Haus: US-Präsident Barack Obama, Vizepräsident Joe Biden (links), Außenministerin Hillary Clinton und die anderen Mitglieder des Teams für Nationale Sicherheit verfolgen via Live-Schalte den Einsatz in Pakistan. (Fotos: ap/The White House, Pete Souza)
Foto: AP
Der US-Präsident verfolgte den Einsatz in Pakistan via Live-Schalte. Fotos, die das Weiße Haus veröffentlichte, zeigen die bangen Minuten, die Obama gemeinsam mit seinem Team für Nationale Sicherheit verbrachte.

Washington.. Es waren bange Minuten im Weißen Haus: Der US-Präsident beugt sich nach vorne, stützt sich mit den Ellenbogen auf die Knie, Außenministerin Hillary Clinton hält sich erschrocken die Hand vor den Mund. Sie sehen in diesem Augenblick, wie Elitesoldaten Osama bin Laden überwältigen und töten. Auf Fotos, die die US-Regierung jetzt veröffentlichte, sind jene Momente festgehalten, in denen Barack Obama und sein Team für Nationale Sicherheit die Tötung des Staatsfeinds Nr. 1 via Live-Schalte verfolgen.

Wie die britische „Daily Mail“ berichtete, war eine Videokamera am Helm eines „Navy Seals“ befestigt, die die Bilder vom Einsatz nach Washington lieferte. Bin Laden sei zunächst ins linke Auge geschossen worden, anschließend habe der Soldat ein zweites Mal geschossen. Die Atmosphäre im Konferenzzimmer im Weißen Haus sei „angsterfüllt“ gewesen, zitierte CNN online den Anti-Terror-Berater John Brennan. „Die Minuten vergingen wie Tage“, sagte er den US-Reportern, „und der Präsident war sehr besorgt um die Sicherheit unserer Einsatzkräfte.“

„Enorme Erleichterung“

Es habe zwar Hinweise darauf gegeben, dass sich Osama bin Laden auf dem Anwesen in Pakistan aufhielt – als Obama den Einsatz angeordnet habe, sei dies aber nicht sicher gewesen, berichtete Brennan laut CNN. Als die Einsatzkräfte eine Person fanden, die sie für Bin Laden hielten, „gab es eine enorme Erleichterung“. Er halte die Entscheidung des Präsidenten „für eine der mutigsten“ der jüngeren Geschichte.

Die genauen Umstände der Tötung des El-Kaida-Chefs sind derweil noch unklar. Spekulationen, dass Bin Laden eine Frau – seine Frau? – während des Einsatzes als menschlichen Schutzschild missbraucht habe, wies ein ein ranghoher Beamter im Weißen Haus zurück.

Anti-Terror-Berater Brennan hatte erklärt, es sei nicht klar, ob Bin Laden, dessen Sohn, jemand anderes oder die Frau sich vor den El-Kaida-Chef gestellt habe, und ob Bin Laden selbst geschossen habe. Nach weiteren Befragungen von Teilnehmern der Kommandoaktion habe sich gezeigt, dass die Frau nicht als Schutzschild missbraucht wurde. Bin Laden sei bei dem Einsatz mit einer Frau zusammengewesen, die verletzt wurde, sagte er. Die andere Frau sei bei einem Schusswechsel in einem anderen Teil des Hauses getötet worden. Das Weiße Haus wolle die Presse einerseits zügig über den Einsatz informieren, andererseits würde der genaue Ablauf erst mit der Zeit deutlicher, fügte Brennan hinzu. (shu/afp)

 
 

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