Neuer siegt mit Bayern auf Schalke

Manuel Neuer hat den Ball sicher. Links sein früherer Mitspieler Jefferson Farfan. Foto: dapd
Manuel Neuer hat den Ball sicher. Links sein früherer Mitspieler Jefferson Farfan. Foto: dapd
Die Rückkehr von Manuel Neuer nach Schalke verlief aus sportlicher Sicht erfolgreich für den Neu-Münchner. Der FC Bayern siegte durch Tore von Petersen und Müller 2:0 und festigte die Tabellenführung. Schalke enttäuschte dagegen fast komplett.

Gelsenkirchen.. Zum Schluss stand Manuel Neuer völlig entspannt vor seinem Strafraum und verfolgte das Geschehen aus sicherer Distanz. Er konnte sich diesen Luxus erlauben, denn bei der spannungsgeladenen Rückkehr des Torwarts nach Schalke war schon eine Viertelstunde vor Schluss alles klar: Die Bayern gewannen auf Schalke durch Tore von Nils Petersen (21.) und Thomas Müller (75.) verdient mit 2:0 – und Neuer hatte den Abend bis auf die erwarteten Beschimpfungen schadlos überstanden. Schalke war an diesem Tag nicht in der Lage, Bayern und Neuer wirklich in Bedrängnis zu bringen. Ein stiller Triumph für den Torwart.

Das Schauspiel begann genau um 16.50 Uhr. „Komm raus, du Sau“, riefen die Schalker Fans, als Manuel Neuer im Kabinengang stand und darauf wartete, zum Aufwärmen auf den Platz zu kommen. Im knallroten Bayern-Trainingsanzug lief der 25-Jährige schließlich auf den Rasen, begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert. Und über der Nordkurve, wo früher seine Freunde standen, wurde ein riesiges Transparent enthüllt, auf dem der Ur-Schalker als „charakterlose Marionette“ beschimpft wurde. Dazu skandierten die Zuschauer: „Neuer, du Arschloch.“ Das war schon heftig.

Schalke hatte den Fans die Regie beim Empfang für Neuer überlassen. Vor dem Spiel gab es von offizieller Seite keine Verabschiedung, und auch das Anti-Bayern-Lied der Toten Hosen wurde nicht gespielt. Nur keine Provokationen. Während des Spiels wurde Neuer, inzwischen im schwarzen Torwart-Trikot, bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Und zwischendurch gab es immer wieder Sprechchöre („Judas“, „Wir sind Schalker, und du nicht“), aber letztlich blieb alles einigermaßen im erwarteten Rahmen.

Neuer wirkte hochkonzentriert

Neuer ließ sich während der Partie nicht anmerken, wie angespannt er war und wie nahe ihm das alles ging. Er wirkte hoch konzentriert, nach 20 Sekunden klärte er das erste Mal vor dem Strafraum gegen Farfan. Doch so wirklich auf die Probe gestellt wurde er in der ersten Halbzeit nicht. Erst in der 26. Minute gab Lewis Holtby den ersten Schuss Richtung Bayern-Tor ab, verfehlte dabei aber das Ziel. Näher tastete sich Klaas-Jan Huntelaar mit zwei Schüssen in der 28. und 33. Minute heran, die aber ebenfalls vorbei gingen. Und kurz vor der Pause forderte Schalke einen Elfmeter, als Boateng von hinten Matip klammerte und den Schalker im Strafraum zu Boden riss – Schiedsrichter Florian Meyer ließ aber weiterspielen.

Doch ehe die Schalker überhaupt einmal so nah vors Tor kamen, hatten die Bayern das Spiel schon in ihre Richtung gelenkt. Ihnen genügte, wie so oft, der erste überfallartig vorgetragene Angriff zur 1:0-Führung: Schalke hatte in der Vorwärtsbewegung die Abwehr entblößt, Farfan konnte im Mittelfeld dem bärenstarken Ribery nicht folgen, und der Franzose bediente den völlig frei stehenden Nils Petersen. Zwar konnte Ralf Fährmann den ersten Schuss des Ex-Cottbusers noch parieren, aber im zweiten Versuch traf Petersen zur Gästeführung (21.). Petersen war nur für den verletzten Mario Gomez in die Start-Elf gerückt – schon ein Luxus, den der Bayern-Kader da so hergibt.

Große Chancen für Bayern

Petersen hätte direkt nach dem Wiederanpfiff mit einem starken Schlenzer das 0:2 machen können (46.) und fünf Minuten später sogar machen müssen. Auch Thomas Müller bekam ein prächtiges Zuspiel von Lahm nicht unter Kontrolle (53.) – es wurde still in der Arena. Denn auch wenn Fuchs immerhin Neuer in der 47. Minute das erste Mal zum Eingreifen zwang, so fehlte Schalke ganz offensichtlich die Überzeugung, die Bayern an diesem Tag wirklich packen zu können.

Trainer Ralf Rangnick musste reagieren, um Schalke neues Leben einzuhauchen. Er brachte zunächst Julian Draxler für Peer Kluge, der zu Beginn als zusätzliche Absicherung in die Mannschaft gekommen war. Und in der 66. Minute kam auch der von den Fans stürmisch gefeierte Teemu Pukki zu seinem Debüt. Der Finne ersetzte Klaas-Jan Huntelaar, der im Sturmzentrum zusehends in der Luft hing.

Doch der vermeintlich frische Wind war schnell verpufft – als Thomas Müller in der 75. Minute nach einem Fehler von Papadopoulos zum verdienten 0:2 traf. Da spielten auch die Pfiffe gegen Manuel Neuer dann gar keine Rolle mehr.

 
 

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