Neuenrade hat neue Regeln für Katzenhaltung beschlossen

An der Katzenauffangstation werden immer wieder neue Katzen abgegeben.
An der Katzenauffangstation werden immer wieder neue Katzen abgegeben.
Foto: Dietmar Wäsche
Katzen und Kater in Neuenrade müssen künftig kastriert und mit einer Tätowierung oder einem Microchip gekennzeichnet werden. Das beschloss der Hauptausschuss der Stadt Neuenrade. Damit folgte das Gremium einstimmig einem Antrag von SPD und Grünen. Darin wird eine Katzenschutzverordnung gefordert.

Neuenrade.. Katzen und Kater in Neuenrade müssen künftig kastriert und mit einer Tätowierung oder einem Microchip gekennzeichnet werden. Das beschloss der Hauptausschuss der Stadt Neuenrade in seiner Sitzung am Montag. Damit folgte das Gremium einstimmig einem Antrag von SPD und Grünen aus dem vergangenen Mai. Darin wird eine Katzenschutzverordnung gefordert.

Unkontrollierter VermehrungEinhalt gebieten

Mit dem gestrigen Beschluss soll der unkontrollierten Vermehrung von Katzen im Stadtgebiet Einhalt geboten werden. „Gedanken- und verantwortungslose Bürger“, so der Antrag von SPD und Grünen, würden dieses Problem verursachen. Dadurch, dass Kater und Katzen, die Zugang ins Freie haben, nicht kastriert seien, gebe es eine immer mehr anwachsende Streuner-Population.

Katzen sind mit fünf Monaten geschlechtsreif und können zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Ein Wurf habe dann mindestens drei Junge. Die würden recht bald für weiteren Nachwuchs sorgen, erläuterte man das Problem. Die Zahl der herrenlosen Katzen ist so groß, dass beim Tierschutzverein die Kapazitäten der Auffangstation in der Werdohler Gildestraße nicht mehr ausreichen. Davon hatten sich die Neuenrader Sozialdemokraten zuletzt im vergangenen August vor Ort überzeugt. Der heimische Tierschutzverein für Werdohl und Neuenrade unterstützt die antragstellenden Fraktionen in ihren Bemühen, das Vermehrungsproblem bei Katzen juristisch anzugehen.

„Das sind Maßnahmenim Sinne des Tierschutzes“

„Das ist im Sinne des Tierschutzes“, stellten Uwe Loske (SPD) und Dietrich Maurer (Bündnisgrüne) am Montag in der Hauptausschusssitzung einhellig fest. Ausdrücklich lobten sie die gute juristische Vorarbeit des Ordnungsamtes. 70 bis 80 Städte hätten mittlerweile eine Katzenschutzverordnung. Neuenrade komme jetzt hinzu.

Kennzeichnung ermöglicht die Feststellung der Besitzer

Die beschlossene Kastrations- und Kennzeichnungspflicht, die am Mittwoch dem Rat zur endgültigen Beschlussfassung vorliegt, soll nicht nur das Anwachsen der Katzenpopulation vor Ort reduzieren. Es soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, dass zugelaufene Katzen einfacher ihrem Besitzer zurückgegeben werden können. Dazu soll die Kennzeichnungspflicht beitragen, die bislang nicht bestand. Deshalb war es oft auch nicht möglich, festzustellen, wem eine Katze gehört.

Um Katzenhalter im Sinne der neuen Verordnung zu sein, muss man sich nicht eine Katze oder einen Kater „gekauft“ haben. Künftig gilt auch als Katzenhalter, „wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt“. So steht es in der neuen Vorschrift.

Ausnahmen bei der Zucht von Rassekatzen möglich

Ausnahmen von der Kastrationspflicht sind bei der Zucht von Rassekatzen möglich. Dann muss „eine Kontrolle und Versorgung der Nachzucht glaubhaft dargelegt werden“. Kastrations- und Kennzeichnungspflicht gelten nicht für Katzen, die jünger als fünf Monate sind.

EURE FAVORITEN