Neue Verhandlung ums Lippetor

Foto: Hans Blossey
Investor Herbert Krämer möchte Kinderheim am Westwall dazu nehmen

Dorsten.  Den Arbeitstitel „Galerie Lippe“ für den Neubau des Lippetor-Centers hat Herbert Krämer bereits geändert in „Mercaden Dorsten“. Nun wird möglicherweise die Architektur für das Einkaufszentrum noch einmal gründlich überarbeitet. Gegenüber der WAZ bestätigt Krämer Verhandlungen mit dem Planungsamt der Stadt.

Der Investor aus Bergisch-Gladbach, dem bereits der Altbau gehört (eine Abrissgenehmigung liegt vor), hatte im Herbst vergangenen Jahres bereits die beiden benachbarten Privathäuser an der Klosterstraße vom Essener Wolfgang Schulte erworben. Der hatte sich zuvor erfolglos am Projekt Lippetor-Center versucht. Schon da gab es Gespräche über einen „leicht veränderten Entwurf“.

Verhandlung um Kinderheim

Gegenstand der jetzigen Verhandlungen sei auch das ehemalige Kinderheim, so Krämer. „Wir müssen klären, wie und ob dieses Grundstück zur Verfügung stehen kann.“ Er wolle vor allem die Anlieferung und Anfahrt für den Neubau optimieren. Krämer: „Es geht um ein Grundkonzept, das langfristig konkurrenzfähig ist.“ Ob das eine grundlegende Änderung des Entwurfs der Architekten Boge/Johannsen (Hamburg) bedeute, stehe noch nicht fest: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“

Dass es darum geht, den Entwurf umzugestalten nach dem Bedarf eines Ankermieters könne er nicht bestätigen, so Krämer. Ebenso wenig, dass es sich dabei um die Kaufland-Kette handele. „Es geht dabei nicht um konkrete Namen potenzieller Mieter.“ Dass der Vollsortimenter Kaufland, der auf dem Hervester Zechengelände nicht zum Zug kam, nun Kandidat fürs Lippetor sei, dementiert Krämer aber nicht. Dabei: Die drei zentralen Verkaufsflächen des bisherigen Entwurfs haben eine Größe von jeweils 2500 m² – Kaufland-Märkte sind in der Regel wesentlich größer.

Nicht beliebig erweiterbar ist hingegen die maximale Verkaufsfläche für die „Mercaden“: 12 000 Quadratmeter dürfen nicht wesentlich überschritten werden. So legt es das Einzelhandelskonzept fest. Geht die Verkaufsfläche in die Breite, müsste der Neubau möglicherweise flacher werden – derzeit sind drei Verkaufsgeschosse plus Parkdeck vorgesehen. Die Gesamthöhe liegt bei 16,50 Metern.

Mit Stadtbaurat Holger Lohse sei er „in guten Gesprächen“, so Krämer, der sich auf einen Abrisstermin noch nicht festlegt. Für eine geänderte Planung müsse „der Zeitrahmen möglicherweise angepasst werden“. Klarheit muss auch noch seitens der Stadt geschaffen werden. Erst wenn das Haushaltssanierungskonzept genehmigt wird, klärt sich, ob Fördermittel fließen für die Neugestaltung des Lippetor-Umfelds.

Zweifel an der Realisierung seiner Pläne lässt Herbert Krämer hingegen nicht aufkommen. „Wir haben einen Vermietungsstand von über 50 Prozent. Mit einem Ankermieter wären es über 60 Prozent. Damit sind wir auf einem sehr guten Weg.“

 
 

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