Neue Hoffnung für Murat Kaya

Uli Thormählen
Bilder aus dem Familienalbum erinnern Güllü Kaya an glückliche Zeiten. Seit zwei Jahren sitzt ihr Ehemann Murat in Serbien in Haft. Die Trennung und die Haftumstände bedrücken die Kamenerin sehr.
Bilder aus dem Familienalbum erinnern Güllü Kaya an glückliche Zeiten. Seit zwei Jahren sitzt ihr Ehemann Murat in Serbien in Haft. Die Trennung und die Haftumstände bedrücken die Kamenerin sehr.
Foto: Susanne Brzsuka

Kamen. Der Kamener Murat Kaya darf sich Hoffnung auf eine baldige Rückkehr nach Deutschland machen. Endlich! Der 50-jährige ehemalige Bergmann sitzt nach einem von ihm verursachten Verkehrsunfall, bei dem zwei Menschen starben, seit zwei Jahren in serbischer Haft.

Sein Bruder Suvat Kaya berichtet nun, das serbische Justizministerium habe einem Antrag zur Haftüberstellung nach Deutschland stattgegeben. Die serbische Seite habe ihre Hausaufgaben gemacht, jetzt sei die deutsche Justiz am Zuge, habe Suvat Kaya im Gespräch mit dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff erklärt. Der hatte sich in den zurückliegenden Monaten des „Falles Kaya“ angenommen und auf der politischen Schiene über die Korrespondenz mit dem Bundesaußenministerium Druck gemacht.

In seinem Schriftverkehr mit Guido Westerwelle hatte Ostendorff immer wieder auf den kritischen Gesundheitszustand Kayas und das unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten fragwürdige Gerichtsverfahren hingewiesen. Am Ende eines unsäglichen Verhandlungsmarathons war Murat Kaya vor wenigen Wochen rechtskräftig zu einer Strafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits zwei Jahre in U-Haft verbracht. Ihr Mann sei dabei von den serbischen Mitgefangen körperlich und psychisch bedrängt worden. Die medizinische Versorgung (Kaya leidet unter Asthma und einer Schilddrüsenkrankheit) sei schlecht gewesen.

Nachdem nun das Gerichtsverfahren abgeschlossen ist und die serbische Seite nach Angaben von Suvat Kaya ihren Teil der Formalitäten für eine Überstellung erledigt hat, haben sich Ostendorff und sein Parteivorsitzender Cem Özdemir schriftlich an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gewandt. „Wir bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass es bei der Überstellung aus Serbien, das sich um die Mitgliedschaft in der EU bewirbt, zu keinen weiteren Verzögerungen kommt“, schreiben die beiden Grünen-Politiker. Die Gesundheitssituation von Murat Kaya sei unter anderem durch die Haftbedingungen im Gefängnis von Sremska Mitrovica sehr kritisch. Es gehe jetzt darum, dass die Überstellung ohne bürokratische Hemmnisse verlaufe.