Nachbarschafts-Club ist Männersache

Club Berliner Tor
Club Berliner Tor
Foto: Dietmar Wäsche

Methler.. Wirft man einen Blick in das Kamener Vereinsregister, sticht sofort der „Club Berliner Tor“ ins Auge. Kaum zu glauben, aber „Zum Berliner Tor“ wird ein Dorfteil in Altmethler genannt. Gemeint ist das Umfeld um den ehemaligen Hof Berkemeier – dort, wo Hilsingstraße, Gantenbach und Im Haferfeld sich kreuzen.

„Eigentlich wissen wir gar nicht, woher diese Bezeichnung kommt“, sagt Horst Wowerus, alteingesessener Methleraner und Gründungsmitglied des Clubs. „Wenn wir uns früher mit den Mädchen hier verabredet haben, war der Treffpunkt immer die Milchbank an der ‘Berliner Porte’“, lacht der 75-Jährige. So soll ein damaliger Pastor das Tor zum Hof Carl Berkemeiers genannt haben. Dieses eindrucksvolle, schmiedeeiserne Tor war mit den Initialen Berkemeiers versehen (CB) und wurde sozusagen zum Wahrzeichen des Dorfes und somit auch des Clubs.

Diesen hoben zehn eingeschworene Dorfnachbarn am 17. August 1963 aus der Taufe. Es sollte kein Verein sein, heißt es im Protokoll der Gründungssitzung, „sondern eine echte Gemeinschaft und Kameradschaft für diejenigen, die sich mit unserem Dorfteil, Zum Berliner Tor, verbunden fühlen.“ Darunter waren die damals dort ansässigen Bauern Berkemeier, Elsermann, Locke, Klocke und Schulze-Vels, von deren Höfen die meisten heute nicht mehr existieren. Auch nicht der Berkemeier-Hof samt dem sagenumwobenen Tor.

Kein Grund für den Club, sich ein anderes Wahrzeichen zu suchen – obwohl in jeder Vereinssitzung neben dem Club-Banner inzwischen auch ein Berliner Bär steht.

Einheimische bevorzugt

Denn geändert hat sich in den nun fast 50 Jahren wenig. Kameradschaft, Geselligkeit und Nachbarschaftshilfe sind ist wie eh und je die Motivation des Clubs. Genauso schwierig wie schon zu Gründungszeiten ist es auch heute noch für Neuanwärter, in die erlesene Clubmitgliedschaft aufgenommen zu werden. Davon kann Schriftführer Hartmut Kukatsch ein Lied singen. Drei Mal wurde sein Antrag abgelehnt. Das fand er allerdings erst heraus, als er als Schriftführer in den alten Protokollen blätterte. „So gut warst du damals gar nicht gelitten, habe ich da festgestellt“, lacht der 72-Jährige. Dabei war er gebürtiger Berliner! „Wenn man nicht hier aufgewachsen war, hatte man es schwer, in den Club aufgenommen zu werden“, sagt Vorsitzender Günter Knaak. Auch heute werden Neuaufnahmen noch heiß diskutiert. Grundvoraussetzung ist die Zugehörigkeit zur Nachbarschaft und zum männlichen Geschlecht. In seinen Unterlagen fand Schriftführer Kukatsch eine Notiz, dass zur Sitzung am 20. März 1971 erstmals die Frauen eingeladen waren – „zum ersten und zum letzten Mal“ steht dort schwarz auf weiß.

Kuchen backen für die Feste und Feiern dürfen die Frauen aber schon. „Das können wir Männer ja nicht“, schmunzelt Günter Knaak. Feiern können die Club-Mitglieder dafür um so besser. Ob auf der Methleraner 1100-Jahrfeier, dem Schützenfest, einem Wanderausflug oder einfach nur zum gemeinsamen Grillen.

 
 

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