Mutige Frauen aus Mali klären auf

Afrikanische Frau mit Baby, fotografiert bei einer Inspektionsreise des Schalksmühler Partnerschaftsvereins Sahelzone. Foto: Rainer Halverscheid
Afrikanische Frau mit Baby, fotografiert bei einer Inspektionsreise des Schalksmühler Partnerschaftsvereins Sahelzone. Foto: Rainer Halverscheid
Foto: Rainer Halverscheid

Schalksmühle..  Im westafrikanischen Mali hat die Regenzeit begonnen – und damit ruht ein Projekt, das Françoise Eckern, Vorsitzende des Vereins Partnerschaft Sahelzone, ganz besonders am Herzen liegt. Nämlich die Ermutigung, auf das grausame Ritual der Beschneidung von Mädchen und jungen Frauen zu verzichten.

Dazu setzt der Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Lebensverhältnisse der Menschen in Mali langfristig zu verbessern, auf die Hilfe der Katholischen Gemeinde in Parana. Die hat zwei mutige junge einheimische Frauen gefunden, geschult und mit dem notwendigen Aufklärungsmaterial ausgerüstet. Das Duo fährt aufs Land, bittet den jeweiligen Dorfältesten um die Erlaubnis, die Menschen über Unsinnig- und Gefährlichkeit der Beschneidung informieren zu dürfen. Nicht nur die Mädchen und Frauen, sondern auch die Väter und Ehemänner. Und die Besucherinnen erzählen nicht nur, sie zeigen – mit vom Verein Sahelzone finanziertem – Videogerät schockierende Bilder.

Praxis ist nicht
staatlich verboten

„Mit Riesenerfolg“, berichtet Françoise Eckern. In diesem Jahr haben die beiden Expertinnen erstmals wieder Dörfer besucht, in denen sie schon einmal über die Brutalität dieser – übrigens nicht staatlich verbotenen – Praxis erzählt hatten. „Seitdem ist dort kein weiterer Fall von Beschneidung bekannt geworden.“ Ein kleiner Schritt vielleicht, aber doch einer auf dem richtigen Weg. „Jetzt aber unterbrechen unsere beiden Frauen ihre acht Monate im Jahr dauernde Aufklärungsarbeit. Die Dörflerinnen müssen nämlich in der Regenzeit auf die Felder und haben dann keine Zeit und Kraft“, sagt Françoise Eckern.

Für die Zukunft haben sie und ihre Mitstreiter Pläne sowohl für die Arbeit vor Ort als auch das Auftreiben von Spendengeldern. Direkt aus Mali kam der Wunsch von mehreren Frauen nach Mikrokrediten, mit denen sie eigene Geschäftsideen verwirklichen wollen. Wirklich bescheidene Geschäfte für das Verständnis eines Europäers. Aber Ideen, die sich an der Realität des Lebens in Westafrika orientieren und die sich vor allem auch verwirklichen lassen. Wie beispielsweise der Wunsch, Schafe zu kaufen, selbst zu mästen und sie dann am Ende des Ramadan wieder mit Gewinn zu verkaufen. Eine andere Frau möchte sich von dem Kredit Stühle beschaffen und sie bei Feiern in ihrem Dorf vermieten; eine gute Köchin wünscht sich große Töpfe, damit sie bei Festlichkeiten gegen Bezahlung eine große Schar Menschen beköstigen kann.

Hier im Sauerland will der Verein im Oktober Bilder von Fotograf Rainer Halverscheid im Eine-Welt-Haus sowie in der Klinik Ambrock in Hagen ausstellen – immer verbunden mit der Bitte, für die gute Sache zu spenden. Geplant ist außerdem wieder die Erstellung eines hochwertigen Fotokalenders für das Jahr 2012. Und es soll demnächst eine Fahrt zur Bundeskunsthalle in Bonn geben, wo eine Schau über Malis Nachbarland Togo zu sehen ist.

„Wir wollen diese Fahrt als Verein anbieten und sorgen natürlich auch für eine sachkundige Führung“, verspricht Françoise Eckern. Einladungen dazu würden rechtzeitig erfolgen.

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