Müllers holen zwei Titel

Brandenburg.. Zwei Mal Gold und zwei Mal Silber bei den Deutschen Meisterschaften in Brandenburg: Lukas Müller, Benedikt Müller und Charlotte Reinhardt vom Ruderverein Dorsten trumpften in Brandenburg groß auf.

Die Prognosen für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Brandenburg waren für den RV Dorsten im Vorfeld prächtig. Aber dass sie sich noch einmal so nach oben verbessern würden, damit hätte Trainer Uli Wyrwoll nie und nimmer gerechnet. Okay, mit Gold von dem für die U19-WM nominierten Lukas Müller im Vierer „ohne“ durchaus. Aber mit dem Titel von Youngster und Bruder Benedikt im B-Vierer „mit“ wohl eher nicht. Uli Wyrwoll rieb sich verwundert die Augen und sagte nur noch: „Alles Müller, oder was?“

Die Müllers sind die strahlenden Goldjungen vom Ruderverein Dorsten und können - nach den bisherigen Ergebnissen zu urteilen - eine neue Ära am Club einleiten. Nach vielen, vielen Jahren der Abstinenz auf der internationalen Bühne hat mit Lukas Müller endlich wieder ein Junior das Ticket zur U19-Weltmeisterschaft gelöst. Und das schon zu einem ganz frühen Zeitpunkt der Saison. Mit Rang drei auf der Rangliste in Hamburg mit seinem Partner Max Johanning hatte Müller endgültig Klarheit geschaffen und selbst eine Erkältung konnte ihn nun auch bei den nationalen Titelkämpfen auf dem Brandenburger Beetzsee nicht aus der Spur bringen. Mit einem Vorsprung von rund zweieinhalb Sekunden dominierte das Boot, so folgte eine weitere Nominierung: Jetzt dürfen Müller, Johanning sowie Malte Jakschik und Johannes Weißenfeld auch im Vierer bei der U19 WM im englischen Eton antreten und peilen eine Medaille an. „Einfach super, ich bin total zufrieden mit dem Rennen“, sagte Müller seinem Trainer Uli Wyrwoll, der abklatschte und restlos begeistert applaudierte: „Das ist Wahnsinn!“

Die Art und Weise, wie der Vierer seine Aufgabe löste, imponierte. Die Art und Weise, wie das Quartett anschließend noch im Achter zu Silber fuhr, verdiente ebenfalls Respekt. Eine nationale Gala-Saison mit Sternchen eben. Mit Achter-Silber war nach den wackeligen Fahrten auf den bisherigen Regatten eher nicht zu rechnen. Müller, der im Vierer und Achter den Schlag angibt, war mit seiner Crew genau zum richtigen Zeitpunkt auf der Höhe.

Ab 1. Juli geht es mit der WM-Vorbereitung in Berlin los. Müller wird täglich mehrere Einheiten absolvieren, um den Vierer weiter nach vorne zu treiben. Anfang August stehen schließlich die WM-Rennen im englischen Eton an.

Dass ausgerechnet sein jüngerer Bruder Benedikt von unten nachdrängt, war so nicht zu erwarten. Sicher hatte RVD-Trainer Uli Wyrwoll seinem Schützling auch in Brandenburg eine ganze Menge zugetraut. „Ins Finale, dann angreifen“, hatte er gesagt. Vielleicht an eine Medaille denken. Mehr aber nicht. Auf dem Beetzsee packte die Crew den Hammer aus, führte sofort das Feld an und hatte schon nach 1000 Metern satte zweieinhalb Sekunden Vorsprung. Mit Gold im Vierer „mit“ hatte Benedikt Müller schon mehr erreicht als erwartet und so war schließlich später der vierte Platz im Junior-B-Achter zu verschmerzen. Zur Streckenhälfte lag die Crew noch auf Bronze-Kurs, dann fiel sie zurück und hatte nach dieser bärenstarken Goldfahrt im Vierer nichts mehr zuzulegen.

Einen feinen Saisonabschluss feierte Charlotte Reinhardt. Im vorletzten Rennen des Tages fuhr sie mit dem Juniorinnen A-Achter zu einer bemerkenswerten Silbermedaille. 500 Meter vor dem Ziel lag Reinhardts Achter noch an dritter Stelle, dann schoben sie sich noch an dem Südteam vorbei.

 

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