MSV Duisburg fährt nach Berlin

Ralf Birkhan
Stefan Maierhofer jubelt nach dem 1:0.
Stefan Maierhofer jubelt nach dem 1:0.
Foto: AP
Der MSV Duisburg steht im DFB-Pokalfinale. Die „Zebras“ besiegten Energie Cottbus im Halbfinale verdient mit 2:1 (1:0). Den Gegner ermitteln am Mittwoch der FC Bayern München und der FC Schalke 04.

Duisburg. Stunden vor dem Anpfiff ging am Nachmittag bei der Internet-Börse ebay eine der letzten Stehplatzkarten für 76 Euro weg, der Normalpreis liegt bei neun Euro. Der Aufschlag hat sich gelohnt, zumindest wenn ein MSV-Fan das Ticket ersteigert hat, denn der Fußball-Zweitligist MSV Duisburg siegte gestern Abend im seit Wochen ausverkauften Pokal-Halbfinale mit 2:1 (1:0) gegen Energie Cottbus. Damit steht der MSV am 21. Mai in Berlin im Finale. Der Gegner ermitteln heute der FC Bayern München und Schalke 04 im zweiten Halbfinale (20.30 Uhr/live im ZDF und im DerWesten-Ticker)

Vor dem Anpfiff hatten die Gäste den MSV noch geärgert. Erst hatten sie angekündigt, dass Emil Jula wegen einer Verletzung auf keinen Fall spielen könne, doch dann lief der Mittelstürmer auf. Zum zweiten Mal handelten sich Cottbusser Pfiffe ein, als sie die Platzwahl gewannen und die Seiten wechseln ließen. Doch damit hatten sie ihr Pulver bereits verschossen.

Der MSV dominierte das Spiel von Beginn an. Olcay Sahan hatte in den ersten zehn Minuten gleich drei Mal Pech, weil seine Sololäufe ohne Torabschluss verpufften. Doch in der 24. Minute löste das Glück das Pech ab. Sahan flankte, und eigentlich war der Ball bereits wieder weg, denn Stefan Maierhofer segelte unter der Flanke hindurch. Allerdings sprang neben Maierhofer der frühere Dortmunder Innenverteidiger Uwe Hünemeier hoch. Hünemeier erwischte den Ball mit dem Kopf, von dort prallte der Ball auf Maierhofers Kopf und von dort trudelte er zum 1:0 ins Tor.

Cottbus wehrte sich auch nach diesem Treffer nicht. Der Zweitligist fand kein Mittel, durch das kampfstarke Mittelfeld der Duisburger zu kommen, in dem Goran Sukalo und Ivica Banovic schon weit vor dem eigenen Strafraum alle Angriffe abfingen. Die logische Konsequenz: MSV-Keeper David Yelldell hatte bis zur Pause keinen einzigen Ball aufs Tor bekommen.

Bachirou Salou, der im Pokalfinale 1998 bei der 1:2-Niederlage der Duisburger gegen den FC Bayer München zum 1:0 getroffen hatte, war begeistert vom Auftritt seines früheren Teams. „Eine klasse erste Hälfte“, meine Salou. „Die Jungs gewinnen 3:1 und fahren nach Berlin.“

Hartes Stück Arbeit

Bis dahin war es aber noch ein hartes Stück Arbeit. Cottbus schien aufgewacht, der Chinese Jiayi Shao zwang Yelldell zur ersten Parade des Abends. Aber die Zebras behielten die Nerven. Banovic, der bis dahin größtenteils mit seiner souveränen Defensiv-Vorstellung geglänzt hatte, startete ein Dribbling über die rechte Seite. Im Strafraum zog er den Ball nach innen, dort wartete Srdjan Baljak und schoss den Ball aus kurzer Entfernung zum 2:0 (54.) ins Netz.

Eine Erlösung für den Kapitän der Duisburger, der in der Vorbereitung wegen einer Muskelverletzung drei Wochen fehlte und daher seit Wochen seiner Form hinterher läuft. Und wie immer traf Baljak mit dem linken Fuß, anders scheint er keine Tore machen zu können, doch das war ihm in diesem Moment egal.

Als die Duisburger Fans bereits „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ riefen, kam die kalte Dusche in der 76. Minute. Bruno Soares drückte im Strafraum seinen Gegenspieler zur Seite: Elfmeter! Der Strafstoß ging in Ordnung, die rote Karte gegen Soares zu hart. Nils Petersen traf zum 1:2, Keeper Yelldell ahnte die Ecke, kam jedoch nicht mehr an den Ball.

In den letzten zehn Minuten wurde es ein offener Schlagabtausch. Am Ende brachte der MSV den Sieg über die Zeit und fährt zum Finale nach Berlin.