Moschee-Brandstifter besoffen

Gemeindevorsitzender Isa Altin zeigte im Juli 2011 die Schäden in der Darul Erkam Moschee, die durch Brandstiftung entstanden sind. Foto: Bodo Kürbs
Gemeindevorsitzender Isa Altin zeigte im Juli 2011 die Schäden in der Darul Erkam Moschee, die durch Brandstiftung entstanden sind. Foto: Bodo Kürbs
Foto: Bodo Kürbs
Die Brände im Juli 2011 hätten „keinen Ausländer feindlichen Hintergrund“ gehabt , ließ nun auch Stefan S., der zweite Angeklagte im Brandstifter-Prozess vor der 44. Strafkammer durch seinen Anwalt beteuern.

Bergkamen.  Die Brände im Juli vergangenen Jahres in Bergkamen hätten „keinen Ausländer feindlichen Hintergrund“ gehabt, ließ nun auch Stefan S., der zweite Angeklagte im Brandstifter-Prozess vor der 44. Strafkammer durch seinen Anwalt beteuern.

Er selbst beschränkte sich auf eine Entschuldigung an die Feuerwehr Bergkamen: „Die haben sicherlich Besseres zu tun, als Zündeleien von dummen Jungs zu löschen.“

Die Anklage wirft den beiden Bergkamenern Dirk N. (24) und Stefan S. (24, Namen geändert) gemeinschaftliche Brandstiftung vor. Zusammen sollen sie in der Nacht zum 23. Juli 2011 mehrere Container angesteckt haben.

Erinnerungen präzise

Dazu stehe sein Mandant auch, so in der Fortsetzung der Verhandlung vor dem Landgericht Dortmund dessen Verteidiger, Christian Simonis. Allerdings habe er nichts mit dem Feuer im Rohbau der Moschee der Milli-Görüs-Gemeinde an der Ernst-Schering-Straße zu tun.

Ausgelöst worden sei das Feuer im 1. Obergeschoss der Moschee allein durch seinen gleichaltrigen Bekannten neben ihm auf der Anklagebank, Dirk N., der in seinem Geständnis das Zündeln gestand, aber in der Dunkelheit der Nacht nicht erkannt habe, dass es sich um eine Moschee gehandelt habe.

Kleber und Styropor brannten seinerzeit, erloschen aber auch wieder, bevor der Kuppelbau in Brand geraten konnte. Es entstand ein Schaden von 50 000 Euro. Kein Ausländer feindlicher Hintergrund, das betonte bereits der Haupttäter, das ließ jetzt auch Stefan S. beteuern: Man sei halt besoffen gewesen. Allerdings auch nicht so besoffen, als dass man nicht wusste, was man tat. Dafür sind die Erinnerungen doch zu präzise.

Auch nichts zu tun haben will Stefan S. mit dem Feuer in dem Mehrfamilienhaus an der Hubert-Biernat-Straße, wo Dirk N. wohnt. Nach dessen Aussagen fing ein alter Teppich im Keller Feuer, als man sich dort eine Zigarette habe rauchen wollen. Anschließend habe er sogar die Feuerwehr alarmiert. Dennoch mussten zwei Dutzend Menschen evakuiert und neun mit Rauchvergiftungen notärztlich behandelt werden. Der Prozess wird fortgesetzt.