Mögliche Lösung für Hirtenweg

Foto: WR

Gahmen.. Auf Hochtouren laufen beim Amtsgericht Lünen die Vorbereitungen für die Zwangsversteigerung der Hirtenwegsiedlung. Nach Jahren des Wartens ist endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Amtsgerichtsdirektorin Birgit Knauer rechnet mit dem Termin im Frühjahr 2011.

Der Verkauf der Siedlung würde den Weg frei machen zu einer städtebaulichen Verbesserung der problembeladenen Wohnsituation. Aus diesem Grund misst man in Lünen der Zwangsversteigerung eine so große Bedeutung bei.

Die Hirtenwegsiedlung mit ihren 166 Wohnungen steht seit dem 4. Juni 2007 unter Zwangsverwaltung. Das bedeutet: Gemacht wird nur das Nötigste, investiert wird nichts. Der Eigentümer, die Janssen & Helbing GmbH aus Dorsten, ist insolvent.

Schon als die LWSG die Siedlung 2004 verkaufte, gab es einen großen Modernisierungsstau. Janssen & Helbing kamen mit großen Versprechungen, ließen den Worten aber keine Taten folgen. Kurze Zeit später folgten die ersten Beschwerden aus Reihen der Bewohner. Die Siedlung wurde ein Fall für den Mieterverein Dortmund und Umgebung – und blieb es bis heute. „Da hat sich nie mehr was getan. In der Siedlung wurde seit Jahren nicht mehr investiert“, hieß es gestern in der Mieterverein-Geschäftsstelle in Dortmund.

Die Verbesserung des Wohnumfeldes am Hirtenweg ist in Gahmen ein Dauerthema und auch Bestandteil des Stadtteil-Förderprogrammes „Soziale Stadt“. In der Siedlung herrscht große Mieterfluktuation, das Quartier gilt als sozialer Brennpunkt.

Aus dem Topf von „Soziale Stadt“ flossen bereits Mittel für eine Konzeptstudie „Wohnen an der Brechtener Niederung“ (7200 Euro) und für die Untersuchung der Hirtenweg-Situation (9600 Euro). Regierungsvizepräsidentin Karola Geiß-Netthöfel aus Lünen hatte den Förderbescheid dafür Mitte Dezember überreicht.

Als Idee steht im Raum, einen Teil der Mehrfamilienhäuser abzureißen und durch Reihenhäuser und Doppelhaushälften zu ersetzen. Das käme aufgrund der Lage vor allem für die Grundstücke zum Varstbruch hin infrage. Bei anderen Mehrfamilienhäusern ist an eine Sanierung im Bestand gedacht. Welche Gebäude dafür geeignet sind, wird Gegenstand der Untersuchung sein. Entstehen sollen ein neues Quartier und ein anderer Bewohner-Mix. Die Initiatoren erhoffen sich davon eine spürbare Verbesserung am Hirtenweg.

Als Kaufinteressenten bei einer Zwangsversteigerung bringen sich die Stadt und der Bauverein zu Lünen partnerschaftlich ins Spiel. Wobei noch offen ist, in welcher Rolle, wie Bauverein-Vorstand Hubert Scharlau erklärte. Eine Variante: Der Bauverein bietet direkt mit und baut anschließend um und neu. Eine andere: Die Stadt tritt als Käufer auf, um im Falle des Zuschlags das Projekt später an die Wohnungsbaugesellschaft weiterzugeben. Alles sei noch unklar und hänge von möglichen Förderungen durch die öffentliche Hand ab, erklärte Scharlau. „Das ist eine Mammutaufgabe und es wird nicht einfach werden.“ Die Lösung müsse sich wirtschaftlich darstellen lassen. Andererseits, so Scharlau: „Erklärte Absicht des Bauvereins ist es, Gahmen nicht hängen zu lassen.“

 
 

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