Mit dem Glimmstengel brennt nichts mehr ab

Peter Schlippe zeigte es am Wochenende der AlWeWo: Die Tabakbörse ist Dampfer-Anlegestelle Nr. 60.
Peter Schlippe zeigte es am Wochenende der AlWeWo: Die Tabakbörse ist Dampfer-Anlegestelle Nr. 60.
Foto: Ina Hornemann

Altena.. Dampfen wird salonfähig, denn immer mehr Altenaer greifen zur E-Zigarette. Die Tabakbörse Schlippe ist „Dampfer-Anlegestelle“ Nr. 60 als Vertriebspartner der rauchfreien Zigarette. Dabei entsteht zwar auch Qualm – aber der mieft nicht mehr.

Bei der Intertabak, der größten Fachmesse in Dortmund, musste der „Dampfer“ aber draußen bleiben. „Die Tabakindustrie hat die Konkurrenz natürlich gewittert“, erklärt Bernd Schlippe. Die pfiffige Firma postierte sich einfach vor der Messehalle – obwohl es doch die Echt-Tabak-Raucher sind, die immer häufiger vor die Tür verbannt werden. Mit der E-Zigarette könnte sich das Verhältnis von nichtrauchenden und rauchenden Gästen in der Gastronomie vielleicht wieder entspannen.

Kleine Diode täuscht Glut an der Spitze vor

„Das Hausrecht hat natürlich der einzelne Gastronom. Er entscheidet, ob er den Dampf in seinem Geschäft duldet“, erklärt Peter Schlippe, der zur AlWeWO im Seemanns-Outfit zur Dampfer-Promotion lud. Auch Nichtraucher lassen sich zum Probezug hinreißen, denn E-Zigaretten gibt’s auch ganz ohne Nikotin. Vor dem ersten Zug bedarf es aber einer Erklärung: Auf die Akku-Zigarette aufgeschraubt wird ein „Biz“. Darin enthalten ist eine Trägerlösung, die zwischen 0 und 24 mg Nikotin enthält. Beim Ziehen glüht sogar eine kleine Diode an der Spitze rot auf, die zumindest die Illusion glühender Glut an den Raucher vermittelt. Heiß wird das Gerät dabei nicht. Ausgeatmet wird Aerosol. Der Dunst ist nicht blau, sondern weiß. Verströmt wird ein Geruch, der dem von heißem Wasserdampf nahekommt.

„Echte“ Raucher kommen an dieser Stelle ins Trudeln: Denn während eine mit Tabak gefüllte Zigarette irgendwann aufgeraucht ist, kann’s mit der E-Zigarette 300 Züge munter weitergehen. Der Raucher muss sie einfach an die Seite legen, denn die Heizspirale aktiviert sich lediglich durch einen Zug. „Es empfiehlt sich daher, nach 14 bis 16 Zügen aufzuhören“, erklärt Peter Schlippe. „Das entspricht etwa einer regulären Zigarettenlänge.“

Nicht aber nur das „Biz“, sondern auch der Akku ist irgendwann leer. Der kommt an die Steckdose oder an den USB-Anschluss vom Computer.

Die Altenaer Kundschaft zeigt sich schwer angetan: „E-Zigaretten werden immer beliebter. Wir waren mit der ersten Charge schnell ausverkauft. Für manche Systeme gibt’s enorme Lieferengpässe“, erklärt Andrea Schlippe. Die einen Raucher bevorzugen süße oder Mentholaromen, Einwegsysteme oder Nachfüllkartuschen – die Vielfalt ist enorm. Trotzdem bleiben der Erfahrung nach die meisten Raucher auch dem Tabak-Geschmack treu: „Für die E-Zigarette gibt’s viele Nachfragen von Mitarbeitern von Behörden oder Krankenhäusern, die am Arbeitsplatz keine normalen Zigaretten rauchen dürfen.“

Generell müssen Arbeitgeber und Kollegen auch zur E-Zigarette ihr Okay geben. Zwar sind schädliche Stoffe, die beim Verbrennen von Papier, Tabak und parfümierenden Chemikalien entstehen, hier ausgeschlossen, aber bei nikotinhaltigen Depots wird mit dem Aerosol eben auch Nikotin ausgeatmet.

Und auch für die nikotinfreie E-Zigarette gilt der Jugendschutz: Geraucht und verkauft werden darf sie erst ab 18.

Familie Schlippe, allesamt Nichtraucher, nahm allerdings kürzlich einen E-Zigarettenraucher im Auto mit und gestattete zu Testzwecken mal das Rauchen im geschlossenen Wagen: „Gestört hat es uns alle nicht“, erklärt Bernd Schlippe. Er sieht in der E-Zigarette diverse Vorteile: Angefangen bei reduzierten Kosten bis hin zur Gefahrenminimierung: „Mit der kann man ruhig einschlafen – das Haus brennt damit bestimmt nicht ab.“

 
 

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