Mit 50 plus noch lange kein altes Eisen

Werbekampagne des Jobcenters Kreis Unna zum Projekt JobOffensive 50+. Die emiter GmbH hat Bewerber aus dieser Altersgruppe eingestellt. Zuletzt hat Inhaber Christoph Makowski (r.) Heinrich Pucka in sein Team geholt.
Werbekampagne des Jobcenters Kreis Unna zum Projekt JobOffensive 50+. Die emiter GmbH hat Bewerber aus dieser Altersgruppe eingestellt. Zuletzt hat Inhaber Christoph Makowski (r.) Heinrich Pucka in sein Team geholt.
Foto: WR

Kamen/Kreis Unna.. Wie schwierig es ist, als Arbeitsloser über 50 eine feste Stelle zu finden, davon kann Christoph Makowski ein Lied singen. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, machte er sich mit der Firma Emiter GmbH vor sechs Jahren selbstständig und stellt vorzugsweise ältere Mitarbeiter ein. Die Kampagne „Joboffensive 50+“ des Jobcenters Kreis Unna mit Plakaten und Gesprächen zu unterstützen, war für den Kamener Unternehmer deshalb eine Selbstverständlichkeit.

Neu ist das Projekt des Jobcenters zwar nicht. Seit 2007 schon erhält der Kreis für die Joboffensive 2,5 Millionen Euro Unterstützung vom Bund. „Seit 2008 steht unser Jobcenter mit dem Projekt bundesweit an der Spitze“, sagt Thomas Neuhaus, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna. Für das Jahr 2011 heißt dieser Erfolg in konkreten Zahlen, dass 536 über 50-jährige Arbeitslose in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt wurden.

Trotz der Erfolge sieht sich der Kreis angesichts des Fachkräftemangels und der zu erwartenden größeren Zahl an älteren Arbeitslosen im Zugzwang. Die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre werden nun zur Generation 50+ und das bedeutet für den Arbeitsmarkt: schwer vermittelbar. „Deswegen müssen wir mit der Joboffensive noch zulegen“, sagt Landrat Michael Makiolla – auch um dem „Jugendwahn“ der Arbeitgeber entgegenzuwirken.

Mit Altersdurchnittvon 53 begonnen

Einem solchen ist damals auch Christoph Makowski zum Opfer gefallen, als die Firma, in der er arbeitete auf junge Arbeitskräfte setzte und seinen älteren Mitarbeitern kündigte. Sein Unternehmen, das in Kamen Kabelverteilerkästen herstellt, hat er vor allem mit seinen ehemaligen Kollegen aufgebaut.

„Wir haben damals mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren angefangen“, erinnert sich Makowski heute schmunzelnd, auch wenn das Mischungsverhältnis heute ausgeglichener ist. Bereut hat der „Jungunternehmer“ nichts, im Gegenteil. Sein Unternehmen wächst – vor allem wegen der Erfahrung und der Motivation seiner Ü-50-Mitarbeiter.

 
 

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