Mindestlohn für Laden-Detektive

DerWesten

Berlin. In der Debatte um Mindestlohn sind jetzt auch Laden-Detektive ins Gespräch gebracht worden. Wie der Bundesverband Deutscher Detektive am Freitag erklärte, gebe es bereits Gesprächen mit dem Metro-Konzern.

Kaufhausdetektive sollen künftig nach einem Mindestlohn bezahlt werden, hat der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) gefordert. „Von 8,50 Euro oder weniger kann niemand leben“, sagte Geschäftsführer Hans Sturhan am Freitag in Berlin. Mit harten Standards und einem Qualitätssiegel wolle man gegen die immer noch zahlreichen „Schwarzen Schafe“ unter den 3000 bis 5000 Kaufhausdetektiven vorgehen. Mittlerweile arbeite der Verband deshalb auch eng mit Handelskonzernen zusammen.

Auslöser der Debatte ist der Bespitzelungs-Skandal bei Lidl. Der Discounter hatte im März 2008 eingeräumt, in 219 Filialen Detektive zur Mitarbeiterüberwachung eingesetzt zu haben. Deswegen war ein Bußgeld von insgesamt fast 1,5 Millionen Euro verhängt worden.

„Bei Lidl haben wenig ausgebildete Detektive sehr viel falsch gemacht“, sagte Verbandspräsidentin Eveline Wippermann. In den Supermärkten seien Mitarbeiter bis in die Umkleiden hinein überwacht worden. Diese ethisch fragwürdigen Methoden jener Detektive habe zu einem Umdenken in der Handelsbranche geführt, sagte Wippermann. Lidl beschäftige jetzt nur noch Sicherheitsunternehmen, die sich klaren Standards unterwerfen. Auch mit dem Metro-Konzern (Real, Saturn, Media Markt) stehe der Detektivverband in Verhandlungen.

Keine geregelte Berufsausbildung

Nur mit angemessener Bezahlung und einer geprüften Ausbildung könnten die Detektive seriös arbeiten, sagte Wippermann. Zurzeit fallen Kaufhausdetektive unter die Tarifverträge für Wach- und Sicherheitsdienstleistungen. Niemand verdiene damit mehr als 8,50 Euro in der Stunde, sagte der Vizepräsident des Verbandes, Carsten Klauer. Auf diesen Tariflohn müsse es Aufschläge von bis zu 50 Prozent für Kaufhausdetektive geben. Ziel sei ein Stundenlohn von 14 bis 15 Euro.

Problematisch ist nur, dass es keine geregelte Berufsausbildung für Detektive in Deutschland gibt. Jeder kann demnach ein Gewerbe als Detektiv anmelden. Zudem sind nur wenige Detektive in Verbänden organisiert. Von den rund 3.300 hauptberuflichen Detektiven, die zum Beispiel für Versicherungen oder Privatleute ermitteln, seien nur knapp 350 Mitglied im BDD, teilte der Verband mit. Die Kaufhausdetektive hätten traditionell gar keinen Verband als Heimat. Dies wolle der BDD jedoch künftig stärker übernehmen. (apn)