„Milli Görüs“ verlässt den Integrationsrat

Gemeindevorsitzender Isa Altin zeigte die Schäden in der Darul Erkam Moschee die durch Brandstiftung entstanden sind. Bürgermeister Roland Schäfer nimmt Stellung. Foto: Bodo Kürbs
Gemeindevorsitzender Isa Altin zeigte die Schäden in der Darul Erkam Moschee die durch Brandstiftung entstanden sind. Bürgermeister Roland Schäfer nimmt Stellung. Foto: Bodo Kürbs
Foto: Bodo Kürbs

Bergkamen.. Der demonstrative Auszug des Bergkamener Vorsitzenden von „Milli Görüs“, Isa Altin, und mit ihm fast aller Mitglieder der Liste „Integration mit Einsicht“ überschattete im Bergkamener Integrationsrat die Aufarbeitung der Serien von Brandstiftungen am 23. und 30. Juli. Altin kritisierte am Mittwochabend weiterhin Bürgermeister Roland Schäfer, dass er nach dem Brand im Rohbau der Milli-Görüs-Moschee nicht gekommen sei, um sein Mitgefühl auszudrücken.

Schäfer wie auch der Vorsitzende des Integrationsrats, Kemal Öztürk, betonte, dass zurzeit noch nicht einmal der Verdacht bestehe, dass der Brand von Styropor, der in dem Rohbau einen erheblichen Sachschaden verursacht hatte, einen rechtsextremistischen Hintergrund gehabt habe. Dies werde sich während der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und vielleicht erst während der Gerichtsverhandlung zeigen.

„Hätten wir den Verdacht auf eine rechtsextremistische Tat gehabt, dann wäre nicht nur ich, sondern auch der Landrat und Vertreter der Bezirks- und Landesregierung gekommen“, unterstrich Schäfer. Er sei schließlich auch nicht vor Ort gewesen, als das Heim des Schützenvereins Rünthe nach einer Brandstiftung total zerstört worden sei.

Ermittlungen laufen

Persönlich hält Schäfer es für möglich, dass die beiden Brandserien Verdeckungsstraftaten gewesen sein könnten. Möglicherweise habe der mutmaßliche Täter sich an Mitbewohnern in dem Mehrfamilienhaus rächen wollen, die sich unter anderem bei der Polizei über das offene neonazistische Auftreten des 23-Jährigen beschwert hatten. Durch beide Brände seien Menschenleben massiv gefährdet worden und um diese Opfer habe er sich in den Tagen danach gekümmert.

Während Isa Altin nach der Brandstiftung in dem Moschee-Rohbau nach Auffassung von Sozialdezernent Bernd Wenske noch eine sachliche Pressemitteilung verfasst habe, hätte nur wenig später der Ruhr-Bezirk A von Milli Görüs von einem „Anschlag“ auf seiner Internetseite geschrieben. Die nachfolgende bundesweite Berichterstattung des Fernsehmagazins „Monitor“ habe der Stadt Bergkamen einen schweren Imageschaden zugefügt.

Integrationsratsvorsitzender Kemal Öztürk erkannte „sein“ Bergkamen in diesem Magazin-Beitrag übrigens auch nicht wieder. Islamfeindlichkeit gebe es in dieser Stadt nicht, betonte er. Auch Alaettin Yavut von der Liste „Integration mit Einsicht“ erklärte vor seinem demonstrativen Auszug, dass er sich in den zurückliegenden 35 Jahren in Bergkamen zu keinem Zeitpunkt bedroht gefühlt habe.

 

EURE FAVORITEN