Migration: Lob für Arbeit an den Schulen

Ute Hildebrand-Schute

Rhade. Zum ersten Mal tagte der Sozialausschuss am Mittwoch im vor einem Jahr bezogenen Senioren- und Pflegeheim Mantra in Rhade. 48 Einzelzimmer gibt es hier, von denen derzeit 36 belegt sind, erfuhren die Ausschussmitglieder. Insgesamt 128 Belegungen hat es seit der Eröffnung bereits gegeben. Zu einer Besichtigung blieb dem Ausschuss am Mittwoch keine Zeit, hatte er doch ein strammes Programm abzuarbeiten.

Obenan stand die Verabschiedung des Bebauungsplanes für das im Maria Lindenhof geplante Wohnheim für Suchtkranke. Nach der langen und nicht immer rühmlichen Vorgeschichte der Planung, gab es im Sozialausschuss keine Diskussionen mehr um das Projekt. Gelobt wurde ausdrücklich die sachliche Diskussion darüber während einer Bürgerversammlung in der letzten Woche.

Einstimmig gab der Ausschuss dem Vorhaben sein „okay“. In der nächsten Woche muss der Umwelt- und Planungsausschuss zustimmen, abschließend der Rat. Anschließend wird es die frühzeitige Bürgerbeteiligung geben. „Das Verfahren dauert wohl noch länger“, wiegelte Planungsamtsleiter Marc Lohmann den Versuch ab, einen genauen Starttermin für den Neubau zu erfahren. Fest steht: Die Bauzeit dauert etwa ein Jahr. Bezogen werden kann es wohl erst 2013, peilten die Politiker einen Termin an.

„Wenn ich einmal das Wort habe, gebe ich es so schnell nicht wieder ab“, warnte Migrationsreferent Wolfgang Habermann vom ev. Kirchenverband angesichts der vorgerückten Stunde, als später über die migrantenorientierte Schulsozialarbeit unter Federführung seines Büros diskutiert wurde. So begnügte er sich mit dem Beantworten einzelner Nachfragen zu dem Projekt in der Augusta-Grundschule und der von-Ketteler-Förderschule.

Gefördert im Rahmen des KOMM-IN-NRW-Projektes des Landes, kümmert sich Dipl.Erzieherin Irena Modler vom Migrationsreferat hier vor allem um die Eltern von Schülern mit Migrationshintergrund. Dahinter steht die Erkenntnis, dass viele Migrantenkinder auch deshalb in der Schule scheitern, weil ihnen zu Hause die notwendige Unterstützung fehlt. Durch persönliche Gespräche, Info-Blätter in verschiedenen Muttersprachen und gemeinsame Arbeit an konkreten Aufgaben sind hier erste vielversprechende Kontakte zu Eltern entstanden, wurden bereits Netzwerke mobilisiert und Nachhilfestunden mit Integrationslotsen organisiert.

Das Projekt - von den Politikern mit hohem Lob bedacht - läuft noch zwei Jahre. Ob es später auch auf andere Schulen ausgeweitet werden kann, ist eine Frage des Geldes.